“Moschee des Grauens” – Ein Fortsetzungsroman von Otto Gottiker

Ein Fantasy-Abenteuer Roman - von Otto Gottiker

Der Autor ist auf der Suche nach einem Verlag oder einer anderen Verbreitungsmöglichkeit. Er beabsichtigt mit diesem unterhaltsamen Roman diejenigen Leser für unser gemeinsames Thema zu sensibilisieren, die an die täglichen politischen Nachrichten und an sachlichen Analysen wenig Interesse haben.

Unsere Leser sind gebeten, ihr Feedback abzugeben. Die ersten zwei Leserstimmen attestieren einen realistischen Stil, vermischt mit Fantasy-Elementen und viel Spannung.

Wir selber kennen den Roman nur teilweise und sind sehr gespannt auf die weiteren Verwicklungen.

Vorher

Sie kamen aus der Disco gut gelaunt und auch ein wenig zugedröhnt heraus. Das Mädchen hatte noch ein wenig mit den Türstehern geflirtet und der Junge war deswegen eifersüchtig. Er zeigte ihr ein wenig die kalte Schulter auf dem Weg zum Wagen. Sie hing sich an seine rechte Schulter, um ihn zu besänftigen, knuddelte ihn ein wenig, sprang hoch und küsste sein Ohrläppchen, denn sie wusste, dass er ihr dabei nie widerstehen konnte. Daraus wurde ein wildes Schmusen, zumal sie jetzt aus dem Licht heraus, in die Dunkelheit des Parkplatzes liefen.
Zwei Straßenlaternen waren kaputt und das Grundstück, das die Straße säumte, war auch unbeleuchtet. Sie waren so sehr mit einander beschäftigt, dass sie gar nicht mitbekamen, dass sie nicht mehr alleine waren, bis sie jäh und wild auseinander gerissen wurden.
Ein paar junge Männer tauchten aus der Dunkelheit herauf. Vielleicht waren es sechs, vielleicht auch acht. Ihre finsteren Gesichter zeigten den beiden Verliebten sofort, dass sie keinen Spaß verstanden. Der Junge versuchte instinktiv, das Mädchen zu beschützen, indem er sich vor ihr stellte und sie mit den Händen hinter sich schob.
Sie schlugen gleich auf ihn los. Sie schlugen ihn zu Boden und kickten ihn ins Gesicht, in den Rücken, in die Weichteile, überall, wo sie ihn nur erwischen konnten. Er hielt die Hände über den Kopf, aber es half ihm nichts. Er konnte seinen Kopf nicht vor den brutalen Fußkicken schützen. Jeder einzelne Hieb traf ihn wie ein Hammer, immer schwerer, immer härter.
Er schmeckte sein eigenes Blut im Mund, und er wusste, dass sein Nasenbein gebrochen war. Er hatte den Knochen brechen hören. Bald waren auch seine Augenlider zugeschwollen, so dass er nichts mehr sehen konnte. Das letzte, was er noch wahrgenommen hatte, war das Gesicht der blonden Frau. Sie kam ihm irgendwie bekannt vor, obwohl er sie noch nie gesehen hatte. Es schien ihm absurd, ein Gesicht so tief unten am Boden in seiner Augenhöhe zu sehen, irreal wie in einer Traumwelt. Dann verlor er die Besinnung.

Das Mädchen schrie und zappelte mit aller Kraft, so weit sie sich noch bewegen konnte. Sie wollte ihrem Freund zu Hilfe eilen, aber mehrere Hände hielten sie fest wie eiserne Handschellen. Sie musste zusehen, wie sie ihren Freund schlugen und kickten, bis er sich nicht mehr rührte. Dann hörte sie auf zu kämpfen und sich zu winden. Sie blieb die ganze Zeit bei Bewusstsein, aber ihr Körper wurde schlapp und kraftlos, wollte ihr nicht mehr gehorchen. Sie ließ willenlos zu, dass sie sie an den Armen packten und sie auf das Grundstück hinter die dunkle zwei Meter hohe Betonmauer verschleppten.
Sie brachten sie in ein Gebäude, durch einen stickigen Korridor, der nach ranzigem Fett und orientalischen Gewürzen roch, dann durch ein enges Treppenhaus, auf steilen Spindeltreppen in den Keller hinunter. Sie sprachen in einer fremden Sprache zueinander, so dass sie nicht verstand, was sie mit ihr vorhatten, bis sie den dunklen Mann mit dem wilden, zerwühlten Gesicht, mit schwarzen Stoppelbart und dem Messer in der Hand auf sich zukommen sah.
Kalter Angstschweiß brach an ihr aus, wie bei einem Opfertier, das mit seinem sechsten Sinn die Absicht des Schlächters riecht. Sie fing wieder an, wild zu zappeln, sich zu winden und aus voller Kehle zu schreien.
Und er tat es. Er setzte das Messer an ihre Kehle und bewegte es hin und her wie einen Geigenbogen, bis das Blut aus ihrer Kehle spritzte. Die anderen hielten ihren Kopf herunter gedrückt, damit das Blut auf dem Boden abfließen konnte. Der Körper des Mädchens zuckte heftig und zwang die Männer, ihre Hände, wie eiserne Klammern immer wieder an ihre Glieder neu anzulegen. Sobald sie nachlässig wurden und ihren Griff ein wenig lockerten, zuckte sie sofort wieder, als ob sie sich noch mit letzter Kraft freikämpfen wollte. Der Kampf hatte längst jeden Sinn verloren. Es kamen nur noch ein paar schwache Zuckungen, nur das letzte Aufbäumen des Lebens gegen den unausweichlichen Tod.
Der Schlächter sah zu, wie das Blut in einem immer dünneren Rinnsal durch den Abfluss herunterfloss, bis es ganz versiegte. Das Mädchen lag jetzt völlig reglos vor seinen Füssen auf dem Boden und gab keine Geräusche mehr von sich. Er hatte sie getötet und es tat ihm nicht Leid. Er hatte ihr die Gurgel durchgeschnitten und ihren Kopf über den Schlachtstein gehalten, bis das ganze Blut aus ihrem Körper hinaus geflossen war. Anfangs kämpfte sie verzweifelt, dann aber röchelte sie nur. Zuletzt zuckte sie nur noch unter dem Griff seiner Hände wie ein Opferlamm.
Er musste es einfach tun. Diese unbeschreibliche Macht, die viel stärker war als er, verlangte es von ihm, hatte ihn dazu gezwungen. Gott wollte es so.“ Inschallah!“ sprach er laut aus. Allahs Wille geschehe. Die anderen Männer murmelten ihm nach, wie eine Antwort auf die Worte des Vorbeters.
Sie lag jetzt regungslos da, vor seinen Füssen. Sie zuckte nicht mehr. Sie fühlte auch nicht mehr die Kälte ihre Haut zusammenziehen, ihren Muskel zusammenzucken. Die Angst war verschwunden und sie entspannte sich langsam.
Irgendwo aus der Dunkelheit hinter ihr flüsterte es:
„Komm!“.
Es war wie ein Rauschen in der Luft, so dass sie es anfänglich gar nicht wahrnahm. Aber das Rauschen wiederholte sich, wie der Sommerwind in den Feldern:
„Komm!“
Und eine Hand streckte sich ihr entgegen. Sie sah sie in der Luft schweben, und ihre Blicke folgten in die Dunkelheit hinein, dem Arm entlang, über die Schulter, auf die gewellten, langen blonden Locken, die sich golden um ein Gesicht schlängelten, das weiß wie Elfenbein war.
Sie wusste nicht, ob die Frau wirklich so weiß war, oder ihr Gesicht nur wegen der fahlen Licht so weiß erschien. Es war alles so unwahrscheinlich und dennoch selbstverständlich, so dass sie sich langsam erhob um der weißen Frau mit den blonden Locken zu folgen. Auf dem Schlachtstein blieb der leblose Körper zurück, kalt und ausgeblutet.

Kapitel 1

„Die Gesellschaft muss für die Muslime mehr tun“, sagte Salchan Edal und zog an dem Saum ihres kurzen Rocks. Von den drei Talkgästen war sie die attraktivste und sie war sich dessen vollkommen bewusst. Jung, intelligent, sexy, sehr weltmännisch wie sie war, hatte der Verein sie gezielt für die Talkrunde des Regionalfernsehens S-TV ausgesucht. Sie war bestens geeignet, alle Klischees und Vorurteile über den Islam mit einer Handbewegung und einem Lächeln zu zerstreuen. Und wenn das nicht reichte, dann hatte sie noch ihre langen Beine, die sie jetzt in schwarzen Strümpfen, lackierten Stöckelschuhen und Minirock besonders gut ins Bild setzte. Ihre üppige, schwarzgelockte Mähne, und ihre schwarzsamtenen Augen betonten ihre orientalische Schönheit. Ihre sinnlichen, vollen Lippen unter dem edlen blutroten Lippenstift ließen ihre Zähne perlweiß aufblitzen, während sie sprach. Sie bediente sich meisterhaft all dieser Gaben, mit der die Natur sie ausgestattet hatte. „Egal was wir, Muslime, für diese Gesellschaft tun, welchen Beitrag wir zur Integration leisten, es nimmt niemand zur Kenntnis. Aber wenn irgendwo ein Jugendlicher etwas Schlechtes getan hat, der zufällig ein Muslim war, dann heißt immer gleich, der Islam ist schuld an allem. Dass die Muslime schlecht integriert und gewalttätig sind. Wenn andere Zuwanderer dasselbe tun, kümmert sich niemand darum. Wenn ein christlicher Einwanderer kriminell wird, sagt niemand, dass es typisch für die Christen ist.“ Während sie sprach suchte sie mit ihren großen, dunkel schattierten Augen die Kamera und flirtete mit dem großen Unsichtbaren dahinter, mit den Millionen Zuschauern, die ihr Lächeln erst nach Tagen zu Gesicht bekommen werden, wie man ihr beim Vorbereitungsgespräch, beim Briefing erklärt hatte.
Ihr gegenüber, auf den überstylten ledernen Sitzmodulen des Studios saß der Oberstaatsanwalt Matthäus ablehnend, gereizt. Er konterte heftig, sobald sie eine kurze Pause machte:
„Wenn es nur um ein paar zufällige Fälle ginge, säßen wir nicht hier, Frau Edal. Aber die Statistiken sprechen für sich. Von 906.054 Fällen, bei denen die Täter Jugendliche mit Migrationshintergrund waren, hatten 71,2 Prozent eine muslimische Herkunft. Das sind Fakten und keine Vorurteile.“
Salchan Edal drehte zuerst ihr Gesicht in die Kamera und warf ihre Haare mit einer schwungvollen Kopfbewegung nach hinten, bevor sie antwortete:
„Die Polizei erfasst jede Kleinigkeit, wenn der Täter aus einer muslimischen Familie kommt. Bei einem deutschen Jugendlichen drücken sie ein Auge zu, weil sie seine Zukunft nicht zerstören wollen. Bei einem Muslim sagen sie sich, dass es eh egal ist, weil er so oder so keine Zukunft hat. Und die Gerichte setzen diese Linie fort.“
„Das meinen Sie doch nicht im Ernst, Frau Edal“, empörte sich der Staatsanwalt.
Die schöne Libanesin hob wieder ihre Schulter gerade, so dass sich ihr Busen hinter dem tiefen Ausschnitt ihrer roten Hemdbluse nach vorne schob, aufrecht und provokativ, wie zwei Krieger auf der Barrikade. Eine Methode, die sie sich angewöhnt hatte, um damit ihre männlichen Gesprächsgegner weich zu bekommen. Sie holte Luft, um auf Gegenangriff zu gehen. Aber die verbale Antwort konnte sie sich diesmal ersparen, denn die anderen Beteiligten eilten ihr zur Hilfe:
„Die Gesellschaft trägt einen großen Teil an Mitschuld“, sagte die Jugendpsychologin Dr. Margit Tennewill mit einer Überzeugung, die keinen Widerspruch duldete. „Wir haben zu lange weggesehen, anstatt auf sie zuzugehen um ihnen zu zeigen, dass wir uns für ihre Kultur interessieren und uns bemühen, ihre Probleme, ihre seelischen Konflikte zu verstehen. Den Menschen mangelt es heute an Zivilcourage und Anteilnahme für das Schicksal ihrer Mitmenschen. Wenn wir sie mit mehr Menschlichkeit behandeln, werden wir schnell entdecken, dass sie uns genau so menschlich und freundschaftlich gegenüber stehen. Aber wenn wir sie ständig ablehnen, benachteiligen, und uns ihnen gegenüber abwertend verhalten, dürfen wir uns über ihre Aggressionen nicht wundern. “
„Wir raten dennoch von zu viel Zivilcourage ab“, sagte der Oberstaatsanwalt Matthäus, und zog nervös an seiner Jacke, die sich bei einer heftigen Bewegung eingeklemmt hatte und jetzt unbequem spannte. Er löste das Problem dadurch, dass er einen Knopf aufknöpfte und dann wandte er sich wieder irritiert an die Jugendpsychologin „Bei vielen jugendlichen Gewalttätern handelt es sich oft um emotional labile Persönlichkeiten, die nicht immer nach einem vorhersehbaren Muster handeln. Manchmal befinden sie sich auch unter der Auswirkung von Aufputschmitteln, wie die Gewaltdroge Tilidin –„
Die Erwähnung des Tilidin wirkte auf alle Beteiligten irgendwie belebend. Sie alle fanden gleichzeitig etwas dazu zu sagen, so dass die Moderatorin sie sanft ermahnen musste, bevor sie wieder dem Staatsanwalt das Wort gab. Dieser setzte fort:
„Manchmal kann man mit einem verständnisvollen, toleranten Auftreten die von Ihnen gesagte beruhigende Wirkung ausüben. Aber vergessen Sie nicht, Frau Tennewill, dass wir von den Durchschnittsbürgern sprechen, die nicht darauf geschult sind, mit Problemjugendlichen umzugehen. Und es kann ebenso passieren, dass diese sich von solchen Erwachsenen provoziert fühlen und dann erst recht ausrasten.“
„Ich verstehe, worauf Sie hinaus wollen“, sagte die Moderatorin kopfnickend. „Aber was raten Sie den Unbeteiligten, die zufällig in der Nähe sind, wenn solche Gewalttaten geschehen?“ Sie wandte sich ohne eine Antwort von Frau Tennewill zu erwarten, erneut an den Oberstaatsanwalt: „Wie sollen sie sich Ihrer Meinung nach verhalten? Und was können sie tun, um zu helfen?“
„Nichts. Am besten sollte man sich nicht einmischen. Man sollte gar nicht zu nahe gehen, sondern so schnell wie möglich den Notruf tätigen und professionelle Hilfe herbeiholen. Diese Jugendlichen haben oftmals eine Hemmschwelle überschritten, -„
Frau Tennewill fiel ihm ins Wort:
„Sie sprechen über sie, als ob sie zügellose Schwerverbrecher wären. Als ob Sie von Tieren sprechen würden. Es handelt sich um ganz vernünftige junge Menschen, die sich nach einem festen ethischen Ehrenkodex verhalten. Wir müssen die muslimische Ethik berücksichtigen, um sie besser zu verstehen. Man muss wissen, dass bei diesen Jugendlichen die Ehre und das Ansehen innerhalb der Gruppe eine absolut zentrale Rolle spielt.“
Der Regisseur saß im Dunkeln, hinter den Kameraleuten und beobachtete die Szene argwöhnisch. Der Staatsanwalt spielte seine Rolle noch einigermaßen verträglich, so wie man es vorher besprochen hatte. Ihm war in diesem Spiel von guter Bulle böser Bulle die Rolle des bösen Bullen zugedacht und er hielt sich daran. Aber Dr. Tennewill brachte das ganze Konzept durcheinander. Bei fast jedem zweiten Satz stöhnte der Regisseur verzweifelt auf oder ließ die Luft zwischen den Zähnen raus, was für seine Mitarbeiter ein sicheres Zeichen war, dass er mit der Arbeit des Teams unzufrieden und kurz davor war, auszurasten.
„Die blöde Kuh redet nur Mist“, schimpfte er zwischen den Zähnen zu seinem Assistenten. „Wenn wir das bringen, dann gibt es draußen auf der Straße einen Aufruhr. Wir werden fast alles rausschneiden müssen.“
Der Regieassistent gab die Spannung an das Casting weiter:
„Wurde sie denn nicht gebrieft? Weiß sie nicht, welcher Druck auf dem Sender lastet? Noch dazu so kurz vor den Wahlen! Mein Gott, mein Gott!“
Es war eine Sondersendung, die überhaupt nur aus der Not heraus entstanden war, weil die Öffentlichkeit sich über den Mord in der Moschee aus dem Gewerbegebiet sehr empört hatte. Die Stadt und die Polizei wollte mit dieser Talkrunde im Regionalfernsehen den Menschen das Gefühl geben, dass es ein einmaliger, grausamer Einzelfall war, ohne politische oder religiöse Hintergründe, der sich nicht wiederholen könnte. Aber die Talkgäste waren schwer im Zaum zu halten. Der Staatsanwalt war gereizt und hatte insgeheim einen Groll auf den TV-Sender, auf den Intendanten und auch an dessen Frau, Dr. Tennewill. Die Muslimin im Minirock mochte er noch weniger. Aber es musste sein und so hatte er sich mit zusammengebissenen Zähnen dem Gespräch gestellt.
Dr. Tennewill, die Psychologin, merkte nichts von all diesen Spannungen. Sie sprach munter weiter über ihre unorthodoxen Theorien und Methoden, die sie auch in ihrem jüngsten Buch vorgestellt hatte. Man muss die Jugendlichen nach ihrer ethnischen Herkunft trennen, und je nach dem, welcher Kultur sie angehörten, unterschiedlich behandeln:
„Segregation ist die Lösung für all die Probleme der dritten und vierten Generation von Muslimen“, sagte sie. „Segregation ist der richtige Weg zur Integration. Die Städte Mannheim und Hamburg haben in zwei voneinander unabhängigen Experimenten nachgewiesen, dass die Segregation die Methode schlechthin ist, um dem Problem Herr zu werden. Denn die Jugendlichen entwickeln ihre Aggressionen erst in der Konfrontation mit der Mehrheitsgesellschaft. Wenn die türkischen Jugendlichen unter sich sind, beträgt ihr Aggressionspegel etwa 63,9 Prozent von dem, was sie entfalten, wenn sie mit der restlichen Bevölkerung, mit den Nichtmuslimen in Kontakt kommen.“
„Das können Sie nicht ernst meinen, Frau Tennewill!“, fuhr der Staatsanwalt auf.
Der Regisseur hob noch einmal, als Zeichen der Verzweiflung, seine Hände in den Himmel.
„Was erzählt die da?! Das alles muss ausgeschnitten werden! Hörst du, Holger!“ wandte er sich zu seinem Assistenten. „Von all dem darf nichts drin bleiben! Keine neue Vorschläge und Theorien, wenn es um die Jugendgewalt und Islam geht, ohne dass man sie vorher genau mit dem Intendanten und mit der Partei abklärt! Diese Anweisung kommt doch von ihrem werten Gatten persönlich, vom Herrn Chefintendanten Tennewill!“ sagte er mit einer bitterbösen Ironie. „Und wir hatten uns geeinigt, dass sie keine neuen Zahlen nennt. Nur die, die bereits veröffentlicht sind! Sie hält sich an gar nichts!“
Hinter ihm, im Halbschatten, saß ein junges Mädchen mit leuchtend blonden Zöpfen, in einem flauschigen braungestreiften Pulli auf der Kante eines Wartezimmerstuhls und hörte aufmerksam zu. Bei diesen Worten nahm sie ihren Notizblock, auf dem sie schon einige Sätze und Stichworte aufgeschrieben hatte, und kritzelte darauf: „Neue Vorschläge und Theorien, zu Jugendgewalt und Muslime müssen vorher mit dem Intendanten und mit der Partei geklärt werden - Anweisung des Intendanten Tennewill“. Dann riss sie den Zettel ab und steckte ihn in ihre Tasche.
Der Regisseur konnte sich nicht mehr zügeln. „Stop!“ brüllte er ins Mikrofon und stand auf. „Wir machen eine Pause!“
Sergio Domiani, dessen Aufgabe die Betreuung der Talkgäste war, stürzte sofort auf Dr. Tennewill, bevor der Regisseur dazu kam, sie zur Schnecke zu machen. „Gnädige Frau, ich will Ihnen lieber noch ein kleines Detail zu der politischen Ausrichtung unseres Senders erläutern. Wir müssen aufpassen, wie wir über bestimmte Zusammenhänge sprechen.“
Sie sah ihn etwas überrascht an:
„Aber lieber Herr Domiani, Sie können unbesorgt sein. Wir alle ziehen an dem selben Strang. Ich würde nie etwas tun, was Ihrem Sender schaden würde.“
„Ich weiß. Aber sehen Sie Madame, Herr Tennewill hat strickte Anweisungen gegeben.“ Domiani wischte sich den Schweiß von seiner Stirn: „Wie kann ich es Ihnen am besten erklären? Es gibt gewisse Dinge, die wir nicht öffentlich sagen können. Das wäre ein gefundenes Fressen für unsere Gegner. Die Internetblogger stürzen sich auf jeden falschen Satz, denn wir unachtsam durchschlüpfen lassen, und verwenden ihn sofort gegen uns.“
„Aber ich habe nur die wissenschaftlichen Erkenntnisse dargestellt, so wie sie heute in den Fachkreisen allgemein bekannt sind. Sehen Sie, Herr Domiani, ich bin eine Wissenschaftlerin. Ich bin in erster Linie der Wissenschaft verpflichtet.“
Domiani schluckte den Satz hinunter, der ihm auf der Zunge lag. Wenn diese eingebildete Zicke nur nicht die Frau des Chefintendanten wäre, würde man sie hochkant rausschmeißen! Ja, dann hätte man sie gar nicht in das Programm aufnehmen müssen. Was bildete sie sich ein? Eine Wissenschaftlerin! Das ganze Internet lachte über sie. In den Kommentarbereichen nannte man sie nur noch „die Rote Zicke“. Es gab doppelt so viele Interneteinträge über sie unter ihrem Spottnamen als unter ihrem richtigen Namen.
Während Sergio Domiani sich mit der Frau des Intendanten abplagte, nahm das Mädchen im braungestreiftem Pulli ihre Handtasche und schlich hinaus. Die Pause war die beste Gelegenheit, um unbemerkt zu verschwinden. Nur dem Regisseur, der vorher schon zu der Raucherecke vor dem Gebäude hinausgegangen war, fiel sie auf, als sie jetzt über den Hof ging. Er hatte ein seltsames Gefühl, als das Mädchen an ihm vorbeihuschte. Es war irgendwas Besonderes an ihr, aber er konnte nicht sagen, was. War es ihre Kleidung? Oder die Haare? Oder die Art, wie sie sich bewegte? Er versuchte noch, ihr nachzurufen, aber das Mädchen war schon um die Ecke verschwunden. Er nahm sich vor, sich nachher bei der Pforte zu erkundigen, wer sie war und was sie beim Sender machte.

***

Güzel schlürfte einen Schluck Rotwein aus ihrem Glas und rieb ihre mit weißen Söckchen bekleideten Füße an Huberts, der neben ihr auf dem Sofa saß. Dieser nahm ihre Füße in die Hand und drückte sie sanft zusammen, bis die Eigentümerin sie wieder zurück zog. „Deine Mutter hat leicht reden“, sagte sie ihm. „Wenn man in einer Talkshow sitzt und die Expertin spielt, kann man alles so schön theoretisch darstellen. Aber Ich möchte sehen, was sie sagen würde, wenn sie abends ganz alleine irgendwo in der Altstadt auf einmal von einer Jugendgang überfallen wird. Ich möchte sie sehen, wie sie ihnen erklärt, dass sie ihr nichts tun sollten, weil sie sie gut versteht. Ob ihr das helfen würde? Sie hat keine Ahnung, wie unsere Männer denken und fühlen. Ihre Theorien sind gut, um Bücher damit zu füllen und Geld zu machen. Aber draußen auf der Straße würden sie ihr nichts helfen. Sie würde sich ganz hilflos fühlen. Nicht dass ich ihr je eine solche Erfahrung wünsche. Und ihren Kindern schon gar nicht“. Sie drehte ihren Kopf etwas seitlich und sah ihn mit einem Lächeln an, das ihm deutlich sagte, dass er nicht nur der Sohn der Talkshowpsychologin, sondern auch ihr persönlicher Traumprinz ist.
Er liebte es, wenn sie ihn so ansah, mit ihren dunklen Augen unter dem Schatten ihren langen, gebogenen Wimpern. Sie wusste, dass ihr Blick und ihre ganze orientalische Weiblichkeit ihre wichtigste Waffe war, wann immer sie über bestimmte Sachen unterschiedliche Meinungen hatten. Und sie stritten sich oft über viele Dinge, denn sie war unnachgiebig, ungestüm und emotional. Er zeigte dieselbe tolerante Sichtweise wie seine Mutter und versuchte, sich betont aufgeschlossen ihrer Kultur und ihren Werten gegenüber zu zeigen. Aber sie lachte nur und sagte, dass er genau so sei wie alle Deutschen, überheblich und arrogant, und dass er gar nicht wusste, wie die Türken sind.
Am meisten lachte sie ihn aus, wenn er sich besonders bemühte, sie zu verstehen. Sie sagte, dass er nicht wirklich tolerant sei und dass es nur eine Show ist, dass er ihre Kultur nur deswegen akzeptieren würde, weil sie fremd ist und er sie nur benutzen würde, um mit ihrer Hilfe seinen Hass auf die eigene Kultur zu zeigen, um die anderen Deutschen dabei zu provozieren, und dass er dieses ganze Getue bräuchte, um sich für einen besseren Menschen halten zu können, als die anderen Deutschen. Aber sie wisse, dass er ihre Kultur in Wahrheit verachte und nur deswegen dieses Theater mit der Toleranz abziehen würde, weil er die Türken gar nicht für ebenbürtig halten würde. Und sie zählte ihm dann viele einzelne Gelegenheiten auf, bei denen er seine eingeborene Überheblichkeit und Arroganz verraten habe, so wie neulich bei einem Gespräch über die Philosophie der Aufklärung, als er mit seinen deutschen Freunden darüber diskutiert hatte, dass die Osmanen die europäische Aufklärung nie durchgemacht hatten. Und sie würde gar nicht wollen, dass ihr Volk auch so tolerant sei, sagte sie provokativ, denn sie hatte sich hineingesteigert, war wütend geworden und wollte ihn nun auch zur Wut reizen. Sie würde sich schämen, denn Toleranz ist keine Eigenschaft, auf die man stolz sein kann:
„Tolerant sind nur die Schwachen und die Feiglinge. Wir Türken sind stolz, deswegen brauchen wir nicht tolerant zu sein. Wir verlangen von anderen, dass sie uns gegenüber tolerant sind.“
„Aber du verstehst nicht, Güzel. Das ist barbarisch, rückständig. Heute können wir nicht mehr so leben wie zur Zeit der Osmanen.“
„Warum nicht? Was ist heute anders?“
„Heute haben wir mehr Wohlstand und Kultur. Heute leben wir nicht wie die Raubritter, sondern wir respektieren alle Menschen, egal welcher Nationalität.“
„So nennt man das also, was die Christen in Afghanistan tun? Respekt? Und im Irak auch?“
„Was soll das? Ich bin nicht dafür verantwortlich, was in Afghanistan geschieht. Und noch weniger dafür, was die Amerikaner im Irak getan haben. Du weißt, wie ich über Afghanistan denke. Und ich würde nie zur Bundeswehr gehen, das weißt du auch.“
Das war wieder etwas, woran Güzel was auszusetzen hatte. Ihr Großvater war ein Offizier gewesen und sie konnte keine Bewunderung für Pazifisten und Wehrverweigerer zeigen. Für sie waren das alles Memmen und Feiglinge. Manchmal fragte sich Hubert, was sie an ihn überhaupt liebte, warum sie mit ihm zusammen war, denn sie kritisierte alles an ihm und ihre Wertvorstellungen waren zu den seinen ganz entgegengesetzt. Er schaltete das Fernsehgerät aus, als Zeichen, dass sie schlafen gehen sollten. Es war weit über elf Uhr hinaus und sie blieben nur auf, um die Talkshow anzusehen, denn Margit Tennewill hatte ihren Sohn am Nachmittag angerufen und ihm ans Herz gelegt, die Sendung ja nicht zu verpassen.
„Und sagt es bitte auch euren türkischen Freunden, denn es wird sie ganz sicher interessieren“, sagte sie am Telefon.

***

Im Kriminalkommissariat der Stadt S. am Rhein fing die reguläre Dienstzeit an. Kommissar Roland Fischer griff nach der Aktenmappe, die der Staatsanwalt kurz zuvor auf seinen Schreibtisch hingelegt hatte. Die Mappe war sehr dünn, als Zeichen, dass es sich um einen ganz neuen Fall handelte.
„Sicher ein Ehrenmord“, sagte Fischer und sah seinen Chef fragend an. Der Oberstaatsanwalt Matthäus hatte ihm mit einer abwertenden Bemerkung über die Frauen im Islam den Fall erläutert.
„Eine Frauenleiche auf dem Parkplatz in der Nähe der türkischen Moschee im Industriegebiet. Sie hatten sie regelrecht abgeschlachtet und wollten sie wahrscheinlich abtransportierten. Jemand muss sie dabei gestört haben und so ließen sie die Leiche liegen.“
„Ist das nicht in der Röntgenstraße, wo sie heute Nacht auch diesen Mann zusammengeschlagen haben? Gibt es vielleicht einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen?“
„Ja, doch. Fünfhundert Meter weiter, die Straße dahinter“ sagte der Oberstaatsanwalt. „Wir wissen noch nicht, ob es einen Zusammenhang gibt. Es ist Ihr Job, das heraus zu finden, Fischer.“
„Wer untersucht den anderen Fall?“
„Goretzki. Er ist schon auf dem Weg ins Krankenhaus.“
„Ist das Opfer schon vernehmungsfähig?“
„Nein, er ist im Koma, glaube ich. Aber man muss ihn trotzdem ansehen, Fotos machen, mit den Ärzten reden und alles.“
„Klar Chef. Ich werde mich mit Goretzki in Verbindung setzen“, sagte Fischer. „Aber zuerst schaue ich mir den Tatort an“.

Auf dem Parkplatz waren schon die Kollegen von der Spurensicherung eifrig bei der Arbeit. Die Leiche war längst abtransportiert. Er sah sich die Stelle an, wo man die Tote gefunden hatte. Außer der Kreidezeichnung, mit der man die Kontur der Leiche markiert hatte, war nichts zu sehen. Er ließ sich die Einzelheiten berichten und sah sich ein wenig um, aber es war nicht viel zu entdecken. Es war offensichtlich, dass sie anderswo getötet und nachher hierher gebracht wurde. Inzwischen war es fast Mittag geworden und so rief er bei der Gerichtsmedizin an, dass er noch vor der Mittagspause vorbei kommen wolle.
Er machte auf dem Weg dorthin einen Umweg durch die Röntgenstraße um einen Blick auf der Stelle zu werfen, wo der fremde Mann zusammengeschlagen wurde. Auch bei Tage waren hier kaum Menschen zu sehen. Die Lastwagen, die hier verkehrten oder am Straßenrand parkten, verdeckten den Blick auf die Stelle, wo es passierte. Er sah gleich, dass es wenig Hoffnung auf etwaige Beobachtung durch Zeugen gab. Höchstens aus dem oberen Stockwerk der Moschee hätte man etwas sehen können. Aber es war einerlei, ob dort jemand etwas beobachtet hatte, denn die Leute von der Moschee gehörten normalerweise nicht zu denjenigen, die mit der Polizei zusammen arbeiten. Sie kooperierten auch dann nicht, wenn sie nicht in die Sache verwickelt waren. Sie betrachteten die Polizei einfach so, wie die Räuber den Gendarm, als Gegner. Es gehörte zu der Räuberehre, dass man der Polizei in keiner Weise half. Und dass sie in dieser Sache nicht verwickelt seien, dass konnte man zu diesem Zeitpunkt noch keinesfalls ausschließen. Im Gegenteil: Die Schlägerei hatte vor der Moschee stattgefunden und kurz darauf fand man die Leiche der Ausländerin zwei Straßen weiter. Alles deutete auf einen Ehrenmord hin. Es war fast so offensichtlich wie im Bilderbuch: Die Frau stammte aus der Türkei, und sie hatte sich mit einem Christen eingelassen. Es war unvorsichtig von ihnen gewesen, gerade in diese Disco in der Nachbarschaft der Moschee zu gehen. Sie hätten es besser wissen müssen. Klar dass sie ihren Landsleuten ein Dorn im Auge waren. Man lauerte ihnen beim Weggehen auf und machte kurzen Prozess mit ihnen.
Er war kurz ausgestiegen, um sich die Nachbarschaft anzusehen, aber es gab hier nichts für ihn zu finden. Das hier war Goretzkis Teil. Er konnte sich trotzdem nicht entscheiden, wieder einzusteigen, denn irgendwas hielt ihn fest. Er fühlte das typische Kribbeln im Rücken, zwischen den Schulterblättern, und wusste, dass er beobachtet wurde. Er sah sich überall um, aber es war niemand zu sehen. Lediglich im oberen Stockwerk der Moschee schien sich ein Vorhang leicht zu bewegen. Aber das war es nicht, was ihm das Kribbeln im Nacken verursacht hatte, das wusste er sofort. Hinter ihm sagte eine überraschte Männerstimme:
„Der Schlag soll mich treffen, wenn du nicht Roland Fischer bist! Was für eine Überraschung! Du bist es wirklich!“ wunderte sich laut der bewusst locker aussehende Mann, der auf ihm zu stürmte. Seine Kleidung war sehr salopp, aber man konnte ihm ansehen, dass diese Lässigkeit viel Geld gekostet hatte und mit Sorgfalt gewählt wurde. Fischer hatte eine Sekunde lang gefürchtet sich zu blamieren, denn er erinnerte sich nicht an den Namen seines Gegenübers. Aber dieser zerstreute bald seine Furcht, als er ihm beide Hände entgegenstreckte und fröhlich rief:
„Erkennst du mich nicht mehr? Ich bin der Rudi Steiness aus Kiel! Mensch, haben wir uns seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen! Wie lange ist es her? Zwölf Jahre?“
Sie hatten damals vor zwölf Jahren zusammen ein Segelboot für einen reichen Schnösel von Hamburg nach Miami überführt. Es war ein großartiger Törn und sie hatten danach mit dem Geld, das sie vom Besitzer des Bootes bekommen hatten, eine Rucksacktour durch die Rocky Mountains gemacht. Aber dann hatten sie sich aus den Augen verloren.
Rudi war inzwischen ein erfolgreicher Unternehmer geworden, mit über 20 Angestellten. Er war nach S. am Rhein gekommen, weil eine gute alte Freundin ihm einen Bürowagen verkaufen wollte.
„Ich hatte geschäftlich in Frankfurt zu tun und da dachte ich mir, dass ich mir gleich dieses Dehler-Büromobil ansehe.“
Wie auf ein Stichwort tauchten die Freundin und der Wagen auf der anderen Seite der Straße auf, als Rudi seinen Satz beendete. Die Frau war nicht mehr ganz jung, aber immer noch attraktiv. In ihrer Jugend muss sie eine schöne Frau gewesen sein, dachte Fischer. Sie stellte sich als Dorina Wiczelsky vor. Er wusste nicht, wie er sie einsortieren sollte, denn ihr Name klang italienisch oder spanisch, ihre blauen Augen und blonden Haare deuteten aber eher auf eine nordeuropäische Herkunft. Wie sich herausstellte, war sie halb Rumänin, halb Polin. Den rumänischen Namen und ihren großartigen Körperbau hatte sie von ihrer rumänischen Mutter, die blonden Haare und blauen Augen von ihrem polnischen Vater geerbt, erklärte sie breitwillig. Und natürlich wusste sie sofort, was Fischer dort im Gewerbegebiet zu suchen hatte:
„Es ist wegen diesem Mord an dem türkische Mädchen, nicht wahr?“
„Ja“, sagte er. „Hat es sich schon herumgesprochen?“
„Es war in den 10-Uhr Nachrichten.“
„Eine Türkin ermordet?“ wollte Rudi Steiness wissen. „Das war sicher ein Ehrenmord. Das passiert bei denen laufend. Auch bei uns hat vorige Woche ein Türke seine Tochter umgebracht, weil sie ohne seine Einwilligung geheiratet hatte.“
„Das hier ist aber kein Ehrenmord“ sagte Dorina entschlossen.
Fischer sah sie überrascht an:
„Woher wissen Sie es?“
„Ich weiß es eben“ sagte sie überzeugt.
„Dorina ist eine Esoterikerin, musst du wissen“ klärte ihn Rudi auf. „Sie hat das zweite Gesicht, wenn du weißt, was das ist.“
Fischer wusste es natürlich, aber er glaubte nicht an solche Spinnereien. In seiner Welt zählten nur die Fakten. Er nickte jedoch höfflich, als ob er ihr glauben würde, denn es hatte keinen Sinn, sie zu brüskieren.

Fortsetzung folgt

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