Leserbrief eines Exmuslims auf den Artikel im Mannheimer Morgenweb
Der Autor: Pascal Hilout
An
Die Redaktion des Mannheimer Morgens
Kopie an :
- Herrn Lars Treusch (DGB)
Herrn Stefan Rebmann, DGB-Regionalvorsitzender und SPD-Bundestagsabgeordneter
Herrn Ralf Eisenhauer, Chef der SPD im Gemeinderat Mannheim
Herrn Fritz Reidenbach, VVN-BdA
Herrn Memet K?l?ç, Grünen-Bundestagsabgeordneter
Sehr geehrte Damen und Herren,
Gestern habe ich Ihren Artikel gelesen wo es berichtet wird, dass die oben genannten Politiker und Gewerkschaftler am Paradeplatz Flagge gezeigt haben. Ich möchte versuchen, diese Herren, meine vemeintlichen Gegner, davon zu überzeugen, dass wir eigentlich Seite an Seite stehen können, weil ich und sie, im Grunde, dieselben Werte und Menschenrechte verteidigen. Obwohl ich politisch nicht engagiert bin, schätze ich sehr ihr Engagement. Ob rechts, links oder grün ist mir egal, solange sie friedfertige Demokraten sind und mich nicht mit Etiketten wie Rechtspopulismus oder sogar Rechtsextemismus mundtot machen wollen und in die Ecke stellen.
Ich bin Pascal Hilout, geboren Mohamed, Franzose marokkanischer Herkunft. Ich trat immer für Werte die, normalerweise, links gestuft werden : Gleichberechtigung, Emanzipierung (besonders der muslimischen Frauen), Meinungsfreiheit und Menschenwürde. Meine Eltern sind Muslime. Sie haben mich als Muslim erzogen indem sie mich zur Koranschule im Alter von fünf Jahren geschickt haben. „Gott sei Dank“, könnte ich etwa sagen, dass meine Grossmutter mich doch zur modernen, französisch-marokkanischen Schule in die Stadt hergeholt hatte. In den letzten dreitzig Jahren, der letzten Hälfte meines Lebens, bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass der Islam eine Religion die einfach Unterwerfung bedeutet. Nicht nur sprachlich und theoretisch, sondern auch praktisch und tagtäglich. Deshalb habe ich vor einigen Jahren meine musulimischen Mitbürger und Nachbarn, hier in Frankreich, offiziel dazu aufgerufen Kopf hoch zu beten, damit Muslime, endlich, gemischt neben ihren Töchter und Frauen das Gebet verrichten können. Das ist einer meiner praktischen Beiträge Muslime zur Moderne zu helfen.
Meine europäische Mitbürger - an welche mein Brief hier als Kopie geschickt wird - wissen es doch : Islam erlaubt keine offene Kritik und keinen freien Ausdruck meiner Meinung. Den Ex-Muslimen droht Verfolgung, weil sie als Verräter der Muslime gelten. Die Schleier, ob dunkel oder heiter, sind auch immer da, eine Art Flagge, vom Koran vorgeschrieben, damit wir daran erinnert werden dass die muslimischen Frauen den Männern gehorchen müssen und überhaupt nicht die Freiheit haben andere Männer, ausser Muslime, zu lieben oder zu heiraten. So ist es sicher, dass die Herren die am Paradeplatz von einer „bunten Gesellschaft“ reden und träumen, doch zur Befestigung einer islamischen monochromatischen Parallelgesellschaft beitragen !
Andere einfache, alltägliche und praktische Gebote des Islams erlauben es nicht, zum Beispiel, dass unsere muslimischen Mitbürger und Narchbarn unsere französische Nahrung teilen, geschweige denn mit uns feierlich ein Glas Champagne zu geniessen. Islam bedeutet, hier und jetzt, eine praktische Selbstabtrennung der Muslime von Ihren europäischen Nachbarn und Mitbürgern.
Wir wissen es, Islam ist praktisch dazu gedacht eine religiöse und soziale Mauer zwischen Muslime und Nichtmuslime zu bauen. Das muss und soll klar und öffentlich formuliert werden, auf dem Paradeplatz Mannheims genauso wie in Paris, damit all unsere Mitbürger endlich verstehen warum es den Muslimen schwer fällt sich in Europa zu integrieren und sich überhaupt nicht assimilieren können. Die Herkunftsländer haben auch kein Interesse daran, dass diese neuen Europäer sich von der islamischen Kultur auslösen und sich frei in Europa eingliedern.
Deshalb frage ich unsere Gewerkschaftler, Grün- und SPD-Politiker ob sie wirklich glauben dass sie ein ehrliches „Bündnis gegen Rechts“ bilden können indem sie für die religiöse Kultur meiner Eltern tretten anstatt mir zu helfen daran eine verantwortliche Kritik zu üben. Sicher ist, dass diese Herren echtes Respekt für Muslime haben werden wenn sie endlich kein Respekt mehr für Islam haben. Sonst ist es nur Heuchelei und politische Kleingeisterei. Nun gilt es für mich Islam und Heuchelei entgegenzutretten. Da ich im Ruhestand bin, können meine deutschen Freunde wie meine französchen Mitbürger damit rechnen. Das Ankleben von vermeintlichen Etiketten wie „Populismus“ oder sogar „Rechtsextremismus“ wird mich nicht daran hindern, weil es einfach um die Emanzipierung und um die Aufklärung meiner muslimischen Mitbürger geht.
Es lebe Voltaire und Schluss mit dem Opium des Volkes !
Hochachtungvoll
Dipl. Kfm. Pascal Hilout (Universität Mannheim)
