Die Haussklavin von Berlin
Ja, heute leben wieder Sklavinnen in Deutschland. Vor ein paar Jahren erschütterte die Geschichte der Sklavin von London die Welt. Die Sklavin Mende Nazer hatte Mut, mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen. Und sie fand eine Öffentlichkeit, die bereit war, ihr zuzuhören. Aber hier in Deutschland wird die Indonesierin Dewi Ratnasari wahrscheinlich von den Linksautonomen als "Rassistin" und "Ausländerfeindin" beschimpft, wie die ausländischen Christen am 2. Juni in Stuttgart, wenn sie wagt, den Burgfrieden der verlogenen Gutmenschen - die Auftraggeber der gewaltbereiten Linksautonomen - mit ihren Freunden, den Muslimen stören wird, indem sie das, was der moslemische saudische Sklavenhalter ihr mitten in Berlin angetan hat:
Wohin hätte Dewi Ratnasari auch gehen sollen? Hinunter zur Havel ins Wasser? Oder über die Brücke hinterm Haus zum Autofriedhof? Oder zur vierspurigen Straße, wo der Bus der Linie 139 hält? Doch was dann? Die Frau spricht kein Wort Deutsch, und Geld für einen Fahrschein hatte sie auch nicht.
Also blieb die kleine, zierliche Asiatin in der Berliner Boca-Raton-Straße, in der Wohnung ihres Arbeitgebers. Mehr als eineinhalb Jahre lang. Sie schuftete sieben Tage die Woche, meist bis spät in die Nacht, ließ sich demütigen, treten und mit einem Stock schlagen - wie eine Leibeigene.
Dewi Ratnasari, die seitdem ihren wahren Namen verschweigt, kommt aus Indonesien. Bis vor acht Monaten hat sie als Hausangestellte bei einem Diplomaten aus Saudi-Arabien gearbeitet.
(...)
Das Projekt, vom Berliner Senat finanziert, kümmert sich um Prostituierte, vor allem aus Asien, und seit einem Jahrzehnt um ausländische Hausangestellte von Diplomaten. Nivedita Prasad kennt viele Geschichten hinter den polierten Fassaden von Botschaften, Residenzen und Diplomaten-Wohnungen. Sie handeln alle von Ausbeutung und Schikane, und manchmal, wie im Fall von Ratnasari, auch von körperlicher Gewalt.
(...)
Sie habe, so erzählte sie in ihrer Muttersprache, den Diplomaten bedient, dessen Frau, die im Rollstuhl sitzt, rundumversorgt und den vier Töchtern im Alter von 12 bis 17 Jahren sogar noch die Schuhe angezogen. Ihr Arbeitstag habe um sieben Uhr früh begonnen und endete oft erst weit nach Mitternacht. Ihre Schlafstätte war der Teppichboden im Zimmer der Töchter; sie habe nur ein dünnes Laken und ein Kissen bekommen. In 19 Monaten habe sie keinen Tag frei gehabt. Ein einziges Mal habe sie Geld erhalten, 150 Euro zum Ramadan, dem islamischen Fastenmonat.
Dennoch kann der Spiegelautor sich eine kleine unverschämte Lüge nicht verkneiffen:
Es ist auch eine Welt, in der manche Hausangestellten offenbar so behandelt werden, wie ostelbische Junker im 19. Jahrhundert mit ihren Domestiken umgegangen sind: Bezahlt wird nicht, und wer nicht spurt, bekommt den Stock zu spüren.
Die Lüge darin ist, dass die ostelbischen Dienstmädchen sehr wohl bezahlt wurden. Ohne Zahlung wären sie gar nicht geblieben, sie wären gleich weiter gegangen. Sie verdienten sich bei den Junkern ihre Aussteuerung. Und sie konnten frei Kündigen und weiterziehen, zurück zu ihren Familien oder eben heiraten. Dagegen werden den orientalischen Haussklavinnen in Europa die Pässe abgenommen und sie dürfen nur dann das Haus verlassen, wenn die Herrschaft es ihnen gestattet. Wenn der Sklavenhalter so will, dürfen sie nicht mal vor die Haustür gehen.
Man lese nur die Geschichte der Mende Nazer. Das würde übrigens auch den Spiegel-Journalisten gut tun. Und dazu noch ein wenig deutsche Geschichte, damit sie das nächste Mal keine solche Lügenvergleiche verbreiten.
Man beachte auch das Bild, was sich der Spiegel für diesen Artikel ausgesucht hat: sehr unpersönlich, sehr nichtssagend. Nur ja kein Leid der Opfer zeigen, wenn die Täter Muslime sind. Andersrum, ja da kann man nicht genug Blut und klaffenden Wunden uns vor die Augen halten.