Ex-Islamist prophezeit den Untergang des Islam
Hamad Abdel-Samad
Spürnase: Das Stuttgarter Hutzelmännlein
Der ehemalige Islamist Abdel-Samad war voller Haß gegenüber der abendländischen, nichtislamischen Welt. Mit der Zeit aber konnte er die Stimme der Vernunft in seinem Inneren nicht unterdrücken. Sein besseres Ich gewann den Kampf gegenüber den islamischen Unterweltsgefühlen. Jetzt schreit er Bücher und prophezeit den "Untergang des Islam als Kultur".
Der Islam wird als politische und gesellschaftliche Idee, er wird als Kultur untergehen. Die islamische Welt habe ihr kulturelles und zivilisatorisches Konto überzogen und lebe sträflich über ihre Verhältnisse. Mit seiner schonungslosen Analyse hat er viele neue Freunde gewonnen – aber noch mehr alte verloren.
...Abdel-Samad: Inventur, oder besser: geregelte Insolvenz, bedeutet, dass die islamische Welt sich von dem schweren Koffer trennen muss, der ihre Reise in die Zukunft behindert.
In dem Koffer liegt zum Beispiel die Unantastbarkeit der Religion. Es liegt darin ein absolutistisches Gottesbild, das zur Schablone für die Diktaturen geworden ist. In diesem Koffer lasten falsche Vor- und Feindbilder sowie ein unzeitgemäßes Gesellschaftsbild mit einer absurden Vorstellung vom Verhältnis zwischen Mann und Frau. Dadurch stagniert das Denken.
Für alle Miseren und Probleme muss der Westen als Sündenbock herhalten. Dadurch entsteht keinerlei positive Dynamik, die für eine Veränderung notwendig ist.
WELT ONLINE: Was also braucht der Islam: eine Renaissance oder eine Aufklärung?
Abdel-Samad: Ich benutze den Ausdruck geistige Revolution oder geistige Erneuerung, einen Moment der Ehrlichkeit mit sich selbst.
WELT ONLINE: Ist der Islam denn grundsätzlich wandlungsunfähig?
Abdel-Samad: Ich spreche den Menschen diese Fähigkeit nicht ab, und es geht mir in allererster Linie um die Menschen. Wenn ich daran nicht glauben würde, hätte ich das Buch nicht geschrieben.
WELT ONLINE: Sie haben als einer der ganz wenigen Muslime mit Fleming Rose gesprochen, jenem Feuilleton-Redakteur der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“, der die umstrittenen Mohammed-Karikaturen in Auftrag gegeben hat. Hat er Sie überzeugt, hat er recht?
Abdel-Samad: Es geht mir nie darum, ob Fleming Rose recht hat oder Thilo Sarrazin oder sonst wer. Es geht darum, dass sie alle das Recht haben, dies zu äußern oder jenes zu tun. Das müssen wir als Muslime akzeptieren. Wir müssen mit unseren Emotionen anders umgehen, unverkrampfter.
Herr Sarrazin hat uns ja nicht mit Steinen beworfen, sondern mit Worten. Er hat eine Meinung geäußert, Thesen aufgestellt. Und wir können mit Worten antworten. Nicht mit Sanktionen, Entlassungen oder Morddrohungen.
Eine Demokratie muss so etwas aushalten können. Und gerade mit Menschen, mit denen man nicht einer Meinung ist, sollte man reden.
WELT ONLINE: Warum ist die arabisch-islamische Welt Wort-unfähig, warum ist sie nicht in der Lage, sich argumentativ mit Problemen auseinanderzusetzen? Die Reaktionen der Muslime auf Kritik oder Häme sind zumeist gewalttätig, sie machen Angst.
Abdel-Samad: Es ist ein Symptom für eine untergehende Hochkultur. Die islamische Welt kann sich nicht damit abfinden, dass sie keine führende Rolle in der Welt mehr spielt. Sie ist gekränkt, besteht aber noch immer auf ihrem kulturellen Beitrag …
WELT ONLINE: … den es ja durchaus gegeben hat …
Abdel-Samad: … dafür können wir uns heute zwar leider keinen Döner mehr kaufen, aber ja, es hat diese Blütezeit des Islam gegeben. Noch heute leitete man daraus eine moralische Überlegenheit gegenüber dem Westen, eigentlich gegenüber dem Rest der Welt ab. Aber diesem Anspruch fehlt es an Substanz. Es gibt keine Argumente, die dafür sprächen, dass der Islam heute in der Welt mitreden könnte.
Weder wissenschaftlich noch kulturell sehen wir irgendwelche Beiträge aus der islamischen Welt, die der Menschheit zugutekämen. Das führt zu einer Art Schizophrenie: Auf der einen Seite Minderwertigkeitskomplexe gegenüber der westlichen Welt, auf der anderen Allmachtsvisionen.
Auf der einen Seite ein Mangel an Handlungsoptionen, auf der anderen der Drang, etwas tun zu müssen. Daraus resultiert Isolation, die wiederum zu Gewalt und Terror einer Minderheit führt, die leider im Moment den Ton angibt.
WELT ONLINE: Sie sprechen auch davon, dass Israel den Arabern ständig den Spiegel vorhält und ihnen vor Augen führt, in welch umfassender wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Stagnation sie verharren. Ist das auch ein Grund für den Hass auf die Juden?
Abdel-Samad: Ja. Israel ist ein Beispiel dafür, dass es auch im Nahen Osten eine florierende Wirtschaft, gepaart mit einer demokratischen Grundordnung, geben kann. Es liegt also nicht an der Region, sondern an der Geisteshaltung. Aus dem Zionismus ging ein demokratischer Staat hervor, der trotz aller militärischen Auseinandersetzungen demokratisch geblieben ist.
Die gleichen Kriege galten den arabischen Herrschern jedoch als Rechtfertigung dafür, Kriegsrecht zum Dauerzustand zu machen und Demokratie nicht zuzulassen.
Die arabisch-islamische Welt hat den Zug der Moderne verpasst, und ihr bleibt nichts anderes übrig, als auf dem Gleis zu stehen und auf den Lokführer zu fluchen – und das ist der Westen.
WELT ONLINE: Sie sagen, der Islam als Kultur ist dem Untergang geweiht. Gibt es Rettung oder auch nur einen Hoffnungsschimmer zum Beispiel in Indonesien, der Türkei oder in den Golfstaaten? Wer ist der Fahnenträger einer positiven Entwicklung?
Abdel-Samad: Einen Fahnenträger gibt es nicht, es gibt nur Karnevalisten. Die Türkei zeigte eine erfreuliche Entwicklung, die Früchte der Säkularisierung. Doch jetzt sehen wir die Zurücknahme vieler dieser Prozesse. Das Gleiche gilt für Malaysia und Indonesien, die vorbildliche Schritte gegangen sind. Aber ihr Einfluss auf die insgesamt 57 islamisch geprägten Staaten der Erde ist gering.
Im Gegenteil ist der theologische Einfluss Saudi-Arabiens oder Ägyptens auf solche sogenannten Reformstaaten wieder gewachsen. In diesen großen, einflussreichen Ländern aber wurden die Hausaufgaben nicht gemacht. Alles, was in Jahrzehnten unter den Teppich gekehrt wurde, kommt nun zum Vorschein. Das Haus ist kaum noch bewohnbar, weil es stinkt.
Es gibt sehr viel, was man vor 100 Jahren hätte tun müssen, um heute einigermaßen auf der Höhe der Welt sein zu können. Stattdessen geht es stärker in Richtung Re-Islamisierung als hin zu Öffnung und Demokratisierung.
Diese Analyse ist so schonungslos und so akurat wie das Seziermesser eines brillianten Chirurgen. Sehr interessant ist auch die Erklärung, warum die Araber eigentlich Israel so sehr hassen. Aber auch seine anderen Aussagen sind absolut treffend. Man sollte das ganze Interview lesen.

Sowas nennen wir “Spontanheilung” – passiert aber recht selten!
Islam ist heilbar, fragen Sie den Zentralrat der Ex-Muslime, da werden Sie geholfen. Aber wie Mediziner wissen, kommt Heilung zu 50% von der Medizin selbst und die anderen 50% hängen vom Willen des Patienten ab.
Und noch eine medizinische Warnung: Islam kann tödlich sein! Führt aber im jeden Fall zum Verlust der Persönlichkeit. Das wäre eigentlich ein wichtiges Aufgabengebiet für das Bundesgesundheitsministerium.
Herr Abdel-Samad verdient Respekt und Applaus!
Dieser Mensch hat eine Zeitreise hinter sich.
Aus dem islamischen Mittelalter in unsere moderne aufgeklärte Welt.
Und, er hat durch die ihm gegebene Freiheit gelernt seinen Verstand zu gebrauchen.
Genau das ist es wovor der Islam Angst hat: Menschen die ihren angeborenen Verstand gebrauchen.
In jedem Menschen steckt von Geburt an eine natürliche Ethik und gesellschaftliche Moral.
Ein Gefühl dafür was Recht und was ungerecht ist – ein natürlicher Selbstschutz jeder Art.
Gäbe es diesen Selbstschutz nicht, hätten wir uns schon längst gegenseitig ausgerottet.
Religionen, allen voran archaische wie der Islam, sehen das als absolute Gefahr der eigenen Macht.
Deshalb werden bereits Kinder indoktriniert und religiös geformt.
Es ist also absolut bemerkenswert, wenn ein Mensch mit einem so bearbeiteten geistigen Horizont,
das Gelernte hinterfragt und sich dann trotz Lebensgefahr vor allen Anderen dazu bekennt.
Ich bin sehr gespannt auf sein Buch.
Ja es ist interessant was er sagt und schreibt.
)
Wobei mir auch die Mohammed-Lights nicht ganz geheuer sind?
( Aber lasse mer se mal lebe – vorläufig
Herr Dr. Sarrazin hat auf den Typ hingewiesen und betont, dass dieser intelligente Mann 10 Jahre gebraucht hat, um hier in unserer Gesellschaft anzukommen.
Wie sieht es da bei den ganzen Dumpfbacken von denen aus ??!
Wirklich sehr scharfsinnig und eloquent.
Hoffentlich behält er recht un das noch zu meinen Lebzeiten bitte.
das ist genau die refklektion wie ich sie mir wünsche. eigenreflexion und kritik ist genau das was dem islam fehlt! mit aller macht gehen sie gegen veränderung vor, als die entsprechende energie in den prozess der veränderung zu stecken. wer immer dafür kämpft den eigenen status quo aufrecht zu erhalten, wird ihn verlieren, weil das leben eine einzige veränderung ist,