Politische Symbole – Auf die Gewichtung kommt es an
König Narmer, der erste König Ägpytens. Ohne seine Mütze (Symbol seiner Macht) wäre er auch nur ein Mensch gewesen.
Der Blogger Antifo hatte gestern hier auf einen Artikel verlinkt, in dem es um die Bedeutung der Symbole in der Politik geht. Er stellt den Symbole die Inhalte gegenüber:
...daß politische Symbole wichtiger seien, als die eigentlichen Inhalte. Als Ausrede für diese Haltung wird meist angeführt, daß man komplizierte Sachverhalte dem Wähler nicht vermitteln könne, weil er quasi zu dumm sei.
Antifo baut also den Plan des Artikels auf eine Struktur von Gegensätzen: Inhalte zu vermitteln ist aufrichtig, Symbole zu verkaufen ist... Na ja. Antifo stellt Sigmar Gabriel als Beispiel des Politikers, der anstatt Inhalte, Symbole vermittelt. Und sein Artikel soll dementsprechend zu der Schlussfolgerung leiten, warum die Politik der Symbole falsch ist.*
In der Wahrheit ist die Anwendung der Symbole in der Politik so alt, wie die Politik selber. Ja ich würde sogar weiter gehen und behaupten, die Politik entstand aus der Symbolpolitik und war zuerst eine Symbolpolitik, bevor die Theoretiker sie von den Traditionen immer mehr säuberten und zu einem konzeptuell immer reineren Extrakt entwickelten.
Es ist nicht so, dass ein unpersönlicher großer Dritte den Politikern die beiden Fäußte hinhält und sie dazu einlädt: "Welche Seite wählst du? Was ich in meiner linken oder in meiner rechten Hand habe?" Und der Politiker dann nur nach seiner politischen Färbung und Integrität zu wählen hat. Er ist dann ein Saukerl, wenn er die Linke wählt und ein Aufrichtiger, wenn er die Rechte wählt.
So ist das nicht. Der Politiker hat nur die Möglichkeit, die Tradition zu befolgen, und wie üblich in die Entwicklung der Dinge, in diese Tradition Neues einzuflechten, Dinge zu gewichten und umuzugewichten, je nach seiner eigenen Überzeugung. Er hört auf die Berater und Lobbys, die ihn bearbeiten, er gewichtet seine Entscheidungen nach dem, wohin in die Freunde, die Gegner, die Öffentlichkeit und der Zeitgeist drängen.
Das Monopol für die Deutungshoheit und die Lenkung der Meinung der Öffentlichkeit haben heute die konventionellen Medien an sich gerissen.
Antifo hat in seinen Ausführungen inhaltlich Recht. Wenn ihr seinen Artikel liest, werdet ihr erkennen und nachvollziehen können, was er sagt.
Mir geht es nur um diese Form des Argumentierens, die ja selber als Hauptwerkzeug für die Erschaffung neuer Symbole benutzt wird.
Ihr habt dieses Werkzeug schon oft im Gebrauch erlebt, auch wenn ihr euch vielleicht nie so richtig bewußt wart. Es war dasselbe Werkzeug, was man z. B. gegen Eva Hermann benutzt hat. Einmal hat der Blogger Wilhelm Entenmann es gegen mich verwendet, indem er sagte, eine Behauptung von mir sei kommunistisch. Und ihr erlebt es täglich in der Diskurskonglomerat der Linken und der Gutmenschen.
Ich spreche von so was:
Man macht eine Suppe, tut man 3 Teile Gemüse, 3 Teil Wasser, und 3 Teil Salz hinein. Versucht ja nicht, diese Suppe zu kochen, ihr werdet nur eure Gemüse verschwenden. Aber heißt es dann, dass in eine Suppe ja kein Salz hinein gehört? Nur weil in dieser Zusammensetzung falsch ist? Nein. Nicht die Zutaten muß man verteufeln, sondern auf die genauen Mengen aufpassen. Auf die Gewichtung kommt es an.
Kommen wir zu Eva Hermann zurück, denn die Affäre ist ein herrvorragendes Beispiel, wie die Gutmenschenratten (in diesem Fall eben die Medien, Antifo hat vollkommen Recht, wenn er mit dem Finger auf sie zeigt) dieses Werkzeug gebrauchen:
Eva Hermann hat etwas sehr Schlechtes gesagt, weil sie etwas gesagt hat, was die Nazis vertreten hatten. Nazi-Gedankengut ist per se schlecht, das ist Gift, es ist der Salz aus der versauten Suppe in unserem Beispiel (oder die Symbol Sigmar Gabriels in Antifos Artikel). Es ist tabu, non disputandum. So schwenkt man dieses Werkzeug, von dem ich hier spreche. Eva Hermann hat umsonst mit der Autobahn-Antwort pariert, denn es ging diesen Gutmenschen vor der Kamera gar nicht um Sachverhalte und Argumente, es ging ihnen nur um ein Gefecht, wo sie mit absolutwertigen Symbolen hantierten und das funktioniert so einfach schematisch, wie in den alten Zeichentrickfilmen: Du bist die Schlechte, wir sind die Guten, du kriegst eins auf die Rübe, die Zuschauer lachen und der Gute hat wieder gesiegt.
Dieser Ablauf im Fall Eva Hermann hindert diese Gutmenschenratten nicht daran, im nächsten Fall eine der wichtigsten Nazi-Gebote selber als unumstößlich einzusetzen: die Schulpflicht. Das hatten auch die Nazis eingeführt, um die ideologische Erziehung der Jugendlichen kontrollieren zu können. In viellen Ländern dürfen die Eltern ihre Kinder nach der eingenen Gesinnung erziehen. In Deutschland herrscht dagegen Schulpflicht, das Schulwesen wurde von den Linken Erziehungsdiktatoren besetzt und die Eltern haben keine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren. Genau wie die Nazis des Dritten Reiches! Kein Elter kann sein Kind z. B. von einem zwingenden Moscheebesuch retten, egal, was er tut. Die Gutmenschen sind eben die Nazis von heute.
Zurück zu Antifos Artikel: Was er sagen will, bringt er schon deutlich genug vor, so dass jeder die richtige Schlüsse fühlen kann. Ich wollte nur diese Argumentationsweise von Schwarz-Weiß zeigen. Symbolpolitik ist nicht per se schlecht. Es muß nicht gleich heißen, dass Politiker, die Symbole verwenden, uns für dumm halten. Anzuprangern ist, wenn man mit der Symbolpolitik in die gegenseitige Richtung lenkt, als wohin wir gehen würden, wenn man uns mit einer Politik der Inhalte lenken würde - um Antifos Kategorien zu verwenden.
Aber am wichtigsten finde ich diesen Grundsatz: Auf die Menge kommt es an. Jede Suppe braucht ein wenig Salz, die Politik braucht Symbole, eine Prise "Nazi-Gedankengut" tut einer Gesellschaft gut (wahrscheinlich deswegen verbietet man heute die Nazis nicht?). Und auch eine Prise Kommunistisches Gedankengut dürfte ein gutes Gewürze für unsere Suppe sein. Ich selber finde diese Gewürzen nicht nach meinem Geschmack, aber es ist auch nicht meine persönliche Suppe, es ist die Suppe der ganzen Gesellschaft. Nur muß man auf die Menge achten.
Und weil es gerade so gut passt, habe ich ein Beispiel von einem Symbol parat, so wie die Linken von der Frankfurter Schule es in eure Suppe hinein gemogelt haben. Deswegen kotzt ihr ständig, wenn ihr von dieser Suppe gegessen habt. Aber das kommt in einem separaten Blogbeitrag.
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*Ein Symbol läßt Antifo zum Schluß gelten: Das christliche Symbol des Jesus, als Kompromis zwischen dem "Zeichen" der Juden und der "Weisheit" der Griechen:
Hits: 77Von daher ist es richtig zu sagen, daß im Rationalismus ebenso eine satanische Versuchung des Menschen liegt, wie im Symbolismus. Echte Vernunft kann es nur dort geben, wo sich der Mensch dieser Gefahren von Rationalismus und Symbolismus gleichermaßen bewußt ist:
Denn die Juden fordern Zeichen und die Griechen fragen nach Weisheit, wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit. (1. Kor. 1, 22—23)
