Pro NRW steht im Internet in den oberen Rängen
Die Kölner Nachrichten machen auf die Zahl die Zugriffe aufmerksam, die die Wahlwerbe-Videos im Internet erhalten haben:
Parteien im Netz. Schon seit einem Jahrzehnt spielt das Internet eine immer wichtiger werdende Rolle im Marketingmix von Unternehmen, Organisationen, Hochschulen und sonstigen Einrichtungen. Mit dem Web 2.0 und den gesunkenen Markteintrittskosten wird auch der gemeine Bürger zunehmend zu einem „Empfänger“ und „Sender“. Parteien haben nach dem Grundgesetz eine Monopolfunktion auf die politische Willensbildung
Und die Verteilung der Aufmerksamkeit des Bürgers viel im NRW so aus:
Vor allem für die kleinere Formationen scheint die Plattform eine passende Form der Ansprache an die Bürger zu sein. So tauchen neben den Piraten, auch die ödp und Pro NRW mit jeweils zwei Kandidierenden unter den Top 10 der Abgeordneten-Watchliste zur Landtagswahl. Etwas irritierend wirkt auf den ersten Blick die Tatsache, dass CDU und FDP überhaupt nicht auf den Listen auftauchen.
und:
Unter den Kölner Politikern liegen die beiden Pro Köln-Kader Bernd M. Schöppe und Judith Wolter zwar vorne. Auch pro NRW-Stratege Markus Beisicht mit acht Antworten auf zehn Fragen ist relativ weit vorne platziert. Die als rechtsextrem eingestufte Formation scheint dazu gelernt zu haben. Bei der Kandidatenbefragung zur vergangenen Kommunalwahl mussten die Administratoren einen Account eines pro Köln-Funktionärs sperren, weil zu viele Sympathisanten zu viele wohlwollende Fragen zur „Überfremdung“ gestellt hatten, wie die Administratoren damals bestätigten.
Bewegte Bilder bei YouTube
Über die weltweit führende Videoplattform Youtube lassen sich selbst hergestellte Videobeiträge einpflegen und über „Kanäle“ leicht und unkompliziert verwalten. Hier zeigen sich erstaunliche Dinge. So besitzt die Plattform neben den Funktionalitäten wie Social Bookmarks, Kommentarfunktion und persönlicher Bereich auch die Zahl der bisherigen Zugriffe. Geht es nach dieser Liste wäre der Landtag noch wesentlich bunter als bislang. Allerdings muss man auch einräumen, dass die Begeisterung zum Einstellen von Videobeiträgen bei allen Parteikanälen zum Teil wesentlich größer war als das Interesse derjenigen, die man damit eigentlich ansprechen will. Das beste Beispiel ist der offizielle YouTube-Kanal der NRW-CDU. Zum Ende der Vorwahlwoche verzeichnete der Kanal gerade einmal 160 „Abonnenten“, die mit ihrem persönlichen Zugang automatisch mit neuen Infos versorgt werden. Ordentliche 96.100 „Upload-Aufrufe“ (Hochladen von Videos) stehen schlappe 29.500 „Kanalaufrufe“ gegenüber. Bei der politischen Konkurrenz sieht es nur unwesentlich besser aus. So stehen beim offiziellen YouTube-Kanal der NRW-SPD fast 400.000 Upload-Aufrufen gerade mal 31.500 Kanalaufrufe gegenüber. Auch bei Grünen, FDP und dem Rest der politischen Vielfalt überwiegt das Interesse der Parteien am „Senden“ das der Nutzer am „Konsum“ der politischen Botschaften bei weitem.
Die meistgesehenen Videos kamen nur mit Mühe über die Schwelle von 10.000 Aufrufen. Das offizielle Video der CDU zum Auftakt am 12. April brachte es bis zum Vorwahltag auf gerade einmal etwas mehr als 500 Aufrufe. Zum Vergleich: Musik-Videos wie das von Lena Meier-Landrut erreichten nach einem Monat die Schwelle von sechs Millionen (!). Da wirken die knapp 35.000 Zugriffe auf das Video mit dem offiziellen Video der NRW-CDU selten entrückt vom Mainstream. Piraten und Rechte kommen mit einigen ihrer Videobeiträge zu den Wahlen – teilweise ohne bewegte Bilder mit deutschem Liedgut (wie bei proNRW) oder als Amateurvideo mit der Kulisse des Doms (Piraten) auf immerhin 5000 bis 10.000 Aufrufe. Bei den Linken ist bei etwas mehr als 4000 Schluss. Auch die FDP ist in Sachen Internetnutzung deutlich hinter den „großen Drei“ zurück. Der YouTube-Kanal kommt auf knapp 16.000 Uploads und weniger als 3500 Aufrufen. Zum Vergleich bei den Grünen sind es mehr als eine Viertel Million Uploads bei knapp 17.000 Nutzeraufrufen. Nimmt man die Nutzerzahlen zur Basis dürfte der Einfluss der Videoplattform YouTube auf das potenzielle Wahlergebnis wohl eher als „unbedeutend“ zu bezeichnen.
Dazu noch die interessante Bemerkung im Kommentar:
Kommentar
Im US-Wahlkampf hat das Internet nach Meinung vieler Fachleute eine entscheidende Rolle gespielt, in Deutschland sind wir nach dieser ersten Grobanalyse noch weit davon entfernt. (...) Aber als Informationsmedium ist das Netz längst meinungsbildend.
Dieser Artikel ist in seiner Gesamtheit empfehlenswert, nicht nur für die Wähler im NRW.
Und ich habe soeben eine Schnapsidee. Ich gehe sofort und richte eine Facebook-Gruppe ein: Pro Stuttgart. Ihr könnt alle dieser Gruppe beitreten.

[...] This post was mentioned on Twitter by Kybeline. Kybeline said: Pro NRW steht im Internet in den oberen Rängen: Die Kölner Nachrichten machen auf die Zahl die Zugriffe aufmerksam… http://bit.ly/9JQkA9 [...]
Pro NRW ist perfekt geeignet um der CDU ihren Waschlappenkurs vor Augen zu führen, der sie die konservativen Wähler kosten wird.
Eine muslimische Ministerin? Von mir aus geht das.
Aber bitte eine, die die Gerichte nicht “fremde Autorität” nennt.