Amnesty International und der “Dschihad zur Verteidigung”

Amnesty International steht seit Tagen und Wochen in der Schußlinie wegen die Affäre über den "Verteidigungsdschihad". Seltsamerweise hat keine einzige Deutsche Zeitung dieses Thema aufgegriffen und behandelt, dafür aber mehrere Blogs. Warum das?

Der Generalsekretär der Menschenrechtsgruppe Amnesty International, Claudio Cordone, hat in einem Statement verlautbaren lassen, dass der «Dschihad zur Selbstverteidigung nicht im Gegensatz zu den Menschenrechten» stünde. Mit diesen Worten verteidigte der AI-Funktionär die Zusammenarbeit seiner Organisation mit Cageprisoners, einer von dem ehemaligen Guantanamo-Häftling und Moazzam Begg gegründeten Aktivistentruppe mit Verbindungen zu Islamisten. Die AI-Mitarbeiterin Gita Saghal, die die Kooperation im Februar öffentlich gemacht hatte, war dafür suspendiert worden.

Cordone gab zu dass die Debatte nicht einfach sei, gewährte in seiner Stellungnahme aber einen ungewollt tiefen Einblick in das Innenleben von AI: Moazzam Begg hätte «bestimmte Ansichten zu den Taliban oder zur Rechtfertigung des Dschihad zur Selbstverteidigung stets offen kundgetan». Stehen diese Ansichten im Gegensatz zu den Menschenrechten? Die Antwort von AI laute «nein». Selbst wenn man mit Begg nicht übereinstimmen sollte - es gäbe «unter denen, die auf eine Schließung von Guantanamo hinarbeiten, eine große Bandbreite von Ansichten». Auch zum «bewaffneten Kampf». Aha.

Die Aussage rief Empörung hervor. «Aus welchem Grund haben Sie entschieden, dass der Defensiv-Dschihad nicht im Gegensatz zu den Menschenrechten stünde?», wollten mehrere Gruppen in einem offenen Brief wissen, darunter auch die bekannten Aktivistinnen Amrita Chhachhi, Sara Hossain und Sunila Abeyeskera. «Können Sie uns erklären, wie die Ideologie und die im Namen des Dschihad begangenen Taten mit dem Internationalen Völkerrecht, den Menschenrechten und dem Völkerstrafrecht in Einklang zu bringen sind? Auf welche Ansichten stützen Sie sich dabei? Welche Experten wurden hinzugezogen?»

AI hat sich bislang zu den Vorgängen en detail noch nicht geäußert. Man ließ nur verlauten, dass man den Dschihad und Menschenrechtsverletzungen im Namen des Islam weder unterstütze noch gutheiße. Die zitierten Aussagen eines AI-Offiziellen freilich stellen die moralische Autorität der Organisation mehr als infrage. Cageprisoners vertritt nach eigenen Angaben unter anderem auch Mohammed Scheich Chalid, einen Drahtzieher von 9/11, und spricht den Taliban offen Unterstützung aus. Als Dschihad bezeichnen Moslems einen «heiligen Krieg» gegen Ungläubige.

Nörgelecke, dann noch Jihad Watch Deutschland, Feuerbringer, hier
Ich habe das Thema beim Nuevo Digital entdeckt.

Da ihr in diesen Blogs genug deutsche Quellen zum Thema habt, will ich zu der Bemerkung, dass die deutschen Printmedien dieses Problem lieber unterschlagen möchten, nur noch eins bemerken: Achtet bitte darauf, in diesem Kontext steht außer Debatte, dass der Dschihad selber, in ihrer Grundform, zu verurteilen ist und aus der Perspektive der Menschenrechte nicht akzeptabel ist. Das müsst ihr jedem Dialogisten gleich sagen, der euch den Dschihad schönreden will. Nicht mal der AI-Chef Cordone versucht, jemand weißzumachen, dass der Dschihad in sich nichts schlimmes sei, dass es eigentlich nur der Kampf des Muslims mit sich selber um irgendwelche ideologischen Verwirrungen innerhalb seines Kopfes ginge. Aus dieser Affäre geht erst mal klar hervor, dass der Dschihad als solcher aus der perspektive der Menschenrechte nicht hinnehmbar ist!

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Ein Kommentar:

  1. Becky schrieb am 14. April 2010 um 18:42:

    Oh na das ist ja ein Wunder. Als wäre AI nicht schon immer ein verheuchelter Drecksverein gewesen. Wenn Israel oder die USA was machen, ist der Aufstand immer groß - wenn die "Opfer-Länder" Menschenrechte grob missachten, wird das viel weniger krass gewertet. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...

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