Luxus-Pauschalreisen zu den Taliban?

Der Titel des Artikels in der Münchner Abendzeitung klingt vielversprechend:

"Urlaubskick Reisewarnung"

Und der Artikel hält, was er verspricht. Zwar kommt die obligatorische politisch korrekte Verklärung auch hier vor, aber das wissen wir schon. Mit derselben abgebrühten Geschäftsmäßigkeit würden solche Reiseveranstalter uns erklären, dass man solche Völker nicht isolieren sollte, dass aus diesem Grunde sehr humanistisch ist, sich in jemen entführen zu lassen oder mit den Taliban auf dem Kriegspfad zu wandern. 

Und was bleibt noch, wenn man im Iran bereits war? Afghanistan! Schon bieten einheimische Veranstalter Touren zu den 2001 von Talibankriegern gesprengten Buddha-Statuen von Bamian an, unternehmen Trekkingtouren in die nördliche Provinz Badakhshan, Snowboard-Touren in den Hindukusch und Rafting auf dem Panshir River.

Schurkenländer zu isolieren bringt den Menschen nichts

Aber kann ich als Gast überhaupt bedenkenlos in Länder reisen, in denen Unrecht, Entführungen und Gewalt auf der Tagesordnung stehen? "Solche Länder zu isolieren bringt den Menschen vor Ort gar nichts. Sie ihrem Schicksal zu überlassen, ist der falsche Weg", sagt Edwin Doldi.

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