Dort, wo die Frauen für ihre Rechte noch hart kämpfen müssen

Die "Frau" des Tages war vielleicht Uli Maurer von den Linken

Gestern war der internationale Tag der Frauen. Ich bin auch hingegangen, trotz klirrender Kälte.  Es war eigentlich fast eine gesamtlinke Veranstaltung. Wenn man das sieht, würde man meinen, dass die Frauen Deutschlands eine Linke Minderheitengruppe sind. Der Linke Platzhirsch Uli Maurer war natürlich auch dabei - de rigueur. Es waren etwa 60 Frauen, der Platzhirsch und noch ca 5-6 männliche Journalisten.  Ich mußte gleich daran denken, dass ich bei der Demo der Kopten - die vielleicht 10 mal so groß war, nicht mal ein Fünftel so viel Journalisten gesehen habe - eigentlich gar keinen.  Nun ja: Die Linken scheinen die Frauenthemen für sich gepachtet zu haben, und die Medien dazu.

Interessant war für mich, dass eine gut umrissene Frauengruppe da war, junge Iranerinnen. Ich bin eigentlich wegen ihnen hingegangen. Und ich hatte das Gefühl, dass sie deswegen hingegangen sind, weil anderswohin man sie nicht einlädt - um mit Jane Austen zu sagen.* Ich finde es schade, denn eigentlich tun die Linken weder für Frauen noch für Iran mehr als die anderen politischen Parteien und Gruppierungen in Deutschland und in Westeuropa.  Aber sieht ihr, hier ist die andere Extreme. Wenn man die Veranstaltung von Gestern vor dem Stuttgarter Rathaus sah, gewann man den Eindruck, dass Islamkritik und Frauenbelangen eine Sache der politischen Linken sei. Erst neulich hatte ich euch gesagt, dass sie nicht Sache der Rechten ist. Und heute sage ich dazu: Islamkritik ist auch nicht die Sache der politischen Linken.  Sie versuchen nur, solche Themen zu instrumentalisieren, damit zu punkten. Und vielleicht die Medien zu verwirren? Denn, frage ich euch, wie soll man jetzt mit dem Vorwurf des "Rechtspopulismus" umgehen, wenn man Frau Farideh Gossmann zu der Lage der Frauen in Iran zuhört? Das ist den Medien gegenüber einfach nicht gerecht. In welche Schublade kommt sie?

Noch einen Glanzpunkt gab es, für den es sich gelohnt hatte, der Kälte zu trotzen. Das war die Performance der Künstlerin Dorothea Walter. Leider war mir so kalt, dass ich die Aufnahmen total verwackelt habe. Dennoch will ich es euch zeigen, vielleicht bekommt ihr einen Eindruck von der Art, wie sie ihre Zuhörer mitnimmt, von dem, was heute ist, in eine Vorstellungswelt, wie es sein müßte. Leider war diese Vorstellung etwas verschwendet, zum einen wegen dem Wind und zum Anderen wegen der massiven kommunistische Beschlagnahme dieses Frauentages. Diejenigen, die ein wenig Erfahrung damit haben, wie die Kommunisten des Ostblocks die brutale Realität in ihren kommunistischen Berichten tatsächlich so ersetzt hatten, haben mich bereits verstanden. Aber eigentlich müsst ihr alle verstehen, was ich meine, denn heute gibt es bereits wieder dieselbe Verlogenheit zwischen der Realität und der Wunschdarstellung in den politisch korrekten Instanzen.

Wer sich schon daran gewöhnt hat, Leute wie Herr Laschet oder Frau Böhmer über die Lage aus Köln, Dortmund oder Berlin anzuhören und dann gleichzeitig das Leben auf der Straßen Deutschlands und die vielen konkreten "bedauerlichen Einzelfälle" aus den lokalen Medien kennt, der wird solche künstlerische Mittel, wie Frau Dorothea Walter anwendet, vielleicht gar nicht als feine Stilgriffe, sondern als ganz alltägliche orwellsche Manifestationen der Berichterstattung wahrnehmen. Denn das war Frau Walters Performance: Erst mal die grausame Realität, die Ist-Darstellung (das Äquivalent der vielen alltäglichen Grausamkeiten) und dann glitt sie langsam hinüber zu einer idealisierten Soll-Darstellung (das Äquivalent der "Bereicherungs"-Erklärungen des Herrn Laschet und Frau Böhmer).

Eins hat die Performance-Künstlerin vergessen. Das sind nicht die Frauen, die den mohammedanischen Kopftuch "als Zeichen der weiblichen Emanzipation" tragen. Jene Frauen haben bis heute noch nichts gebaut - außer ein Lügengerüst.

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* Wer den Bezug verstehen möchte, Jane Austen, die viel geschätzte Autorin, legte den Satz in den Mund des Mr. Knightley im Roman "Emma":

"Sie haben recht, Mrs. Weston", sagte Mr. Knightley warm, "Miss Fairfax kann sich genau so gut eine Meinung über Mrs. Elton bilden, wie wir. Wenn sie genau so wie wir die Möglichkeit hätte, sich auszusuchen, wessen Gesellschaft sie höher schätzt, hätte sie nicht Mrs. Elton ausgesucht. Aber (lächelte er vorwurfsfoll Emma an) sie bekommt von Mrs. Elton die Aufmerksamkeit, die sie sonst von niemand bekommt."
"You are right, Mrs. Weston," said Mr. Knightley warmly, "Miss Fairfax is as capable as any of us of forming a just opinion of Mrs. Elton. Could she have chosen with whom to associate, she would not have chosen her. But (with a reproachful smile at Emma) she receives attentions from Mrs. Elton, which nobody else pays her."

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