UNO-Taliban Gespräche. Lügt die UNO und Hillary Clinton?
Noch vor ein paar Tagen hieß es, die UNO hätte geheime Gespräche mit den Taliban geführt. Dabei ging es um solchen Ausstiegsprogramme, wo die abendländische Staaten, darunter Westerwelle, Großbritannien und die gesamte EU eine Halbe Milliarde Dollar den Taliban schenken wollten, so als Ausstiegsprämien.
Jetzt heißt es auf einmal von den Taliban, dass es so ein Gespräch gar nicht gab. Dieses Talibandementi ist ganz frisch, auf alle Nachrichtenseiten gibt es nur eine Zeile:
Die Taliban streitet Berichte ab, dass Vertreter der UNO sich mit Taliban-Vertretern getroffen hätten.
Taliban deny reports that UN official met with Taliban representatives.
Und ich muß hier einmal den Spiegel loben, denn sie haben schnell eine gute Arbeit gemacht, auch den Artikel über die angeblichen Gespräche gleich ausgesucht und verlinkt.
Hamburg - Die radikalislamischen Taliban haben ein angebliches Treffen mit Vertretern der Uno zu möglichen Friedensverhandlungen abgestritten. Es handele sich dabei lediglich um "Propaganda", hieß es am Samstag in einer Erklärung. Angaben über ein Treffen zwischen Taliban-Vertretern und dem Leiter der Uno-Mission in Afghanistan, dem norwegischen Diplomaten Kai Eide, seien völlig aus der Luft gegriffene Gerüchte, hieß es in einer Erklärung des Taliban-Rates. Sie seien von den gegen die Mudschahidin kämpfenden Truppen gestreut und von internationalen Medien verbreitet worden. Die Taliban würden ihren heiligen Krieg fortsetzen.
Ein Uno-Vertreter hatte am Rande der Afghanistan-Konferenz in London gesagt, dass sich der Uno-Sondergesandte Anfang Januar mit Taliban-Vertretern getroffen habe. Bei dem Treffen ging es demnach um vorbereitende Gespräche für Friedensverhandlungen mit der afghanischen Regierung. Die Initiative sei von den Taliban ausgegangen. Das Treffen habe in Dubai stattgefunden, weil die Taliban-Kommandeure in Afghanistan Angst gehabt hätten, von den USA inhaftiert zu werden, so der Uno-Mitarbeiter. US-Außenministerin Hillary Clinton hatte laut der "New York Times" bestätigt, dass es eine Begegnung zwischen Eide und einigen Taliban-Führern gegeben habe.
Die Frage des SpOn:
Woher soll das Vertrauen der Taliban in die UNO kommen?
Schon vor dem Dementi war unklar, woher das plötzliche Vertrauen der Taliban in die Uno rühren soll. Erst vor wenigen Wochen griffen Taliban-Kämpfer ein Uno-Gästehaus in Kabul an, in einer Erklärung verdammten sie die Weltorganisation als "kolonialistisch". Noch am Freitag griffen Taliban in der Provinz Helmand die lokale Uno-Vertretung an.
Ich denke, das reicht schon aus, um euch stutzig zu machen. Ich wiederhole: Dieses angebliche Gespräch sollte die Grundlage dazu liefern, dass das Abendland 500 Millionen Dollar locker macht (die wahrscheinlich die Taliban nie zu sehen bekommen hätten!) In London lief bereits dieser Afghanistan-Konferenz und gegen alle Bedenken und Vorbehalte waren die Politiker auf Eilkurs dabei, dieses Geld zu bewilligen.

Wenn das “geheime Gespräche” waren, dann hat es eine gewisse Logik, daß die Taliban sie nachträglich bestreiten. Die Geschichte dem Treffen klingt allerdings wirklich nicht sehr glaubwürdig.
Wenn diese Gespräche “geheim” waren, dann hätte Hillary Clinton sie nicht bestätigt!