Noch einmal über den Anschlag auf Westergaard: Die zensierte Presse

Es gibt eine Zeitung, die das meiste darüber schreiben müsste. Doch sagt der Chefredakteur dieser Zeitung: nicht weiter kommentieren und nur als „reine Polizei-Angelegenheit“ betrachtet wissen.

Die Rede ist von Jyllands-Posten und vom Chefredakteur Mikkelsen. Und dann sagt er noch:

...„fügt sich ins Bild der Drohungen, die in den letzten vier Jahren gegen ihn und ,Jyllands-Posten‘ gerichtet wurden.“ Die Zeitung wolle sich an die Sicherheitshinweise von Polizei und Geheimdienst halten.

Und so kommentiert FAZ diese Aussage:

Letzteres mag wie ein Nebensatz klingen. Und doch ist gerade der Verweis auf die eigene Sicherheit hier die Botschaft eines Blattes, das die Auseinandersetzung um die Mohammed-Karikaturen immer wieder pointiert als Kampf um das Erbe der Aufklärung und die Meinungsfreiheit deutet. Jetzt bloß nicht überreagieren, heißt das. Jetzt erst mal durchatmen.

Es fällt nicht schwer, zwischen den Zeilen das Unausgesprochene herauszulesen. Es ist ganz deutlich geschrieben. Ich bitte trotzdem zu bemerken, dass diese Dinge bereits zwischen die Zeilen geschrieben wurden. Meinungsfreiheit und offene, unzensierte Berichterstattung ist das nicht mehr. Weder bei FAZ noch bei Jyllans-Posten. Obwohl beide Zeitungen sich noch bemühen, zwischen den Zeilen gegen diesen vom Islam auferlegten Maulkorb zu rebelieren. Es fragt sich nur, wie lange werden sie es noch schaffen. Jetzt erst mal durchatmen.

Ein Kommentar:

  1. wolaufensie schrieb am 3. Januar 2010 um 20:08:

    …sie brauchen es nicht zu schaffen. Weder bei der FAZ noch bei Jyllans-Posten. Und zwar deshalb nicht , weil sie in dem Bild, das sie da jetzt abgeben sowieso überflüssig sind. Die Leserzahlen werden´s zeigen . So wie bei den anderen auch. Woher diese Zeitungen den Optimismus nehmen, dass ihnen ihr Zeugs gekauft wird, obschon sie dasjenigen was wichtig ist nicht erwähnen, bleibt schleierhaft. Und gerade durch diese Verdrängungs- und Tabu-Technik wird den Leuten die Wichtigkeit des Ungenannten noch kalrer. Hab das Gefühl, als wären alle Massenmedien in den letzten 30 Jahren schleichend irgendwie verrückt geworden. Weil sie die einfachsten funktionalen Zusammenhänge für Nachrichten missachten.
    Aber es gibt mittlerweile guten Ersatz.
    Nämlich uns, die Ameisenmedien … :=)

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