Schon seit einem Jahr schiele ich immer wieder auf dieses Angebot, wenn ich in diesem Supermarkt bin. Ich hatte schon lange vorgehabt, ein Foto zu machen und euch darüber zu erzählen. Vor etwa 2 Wochen dann sah ich ein deutsches Pärchen, die auch diese Speise entdeckt hatten.
Die junge Frau zu ihrem Mann: "Ach, guck mal, das Zeug, was wir aus dem Griechenlandurlaub kennen!"
Er: "Was meinst du?"
Ich dazwischen: "Nö, das ist deutsch!"
Sie: "Nein, es ist vom Balkan"
Ich: "Kann nicht sein. Da steht geschrieben, dass es deutsch ist!" (Ihr kennt mich schon.)
Sodann habe ich beschlossen, dass ich es nicht mehr hinausschieben sollte, nahm meine Kamera und hier bin ich mit dem Foto.
Das ist ein Teil des Kültürbereicherungsprogramms. Es ist nicht verwunderlich, denn Kulinaria ist ein Teil einer Kultur, vor allem wenn besagte Kultür kaum was anderes außer Kochen und Beten zu ihren kulturellen Leistungen zählt. Dann bekommt die Kochkultur in der Gesamtkultur einen übergewichtigen (ein Schelm, der was Falsches denkt) Stellenwert.
Wer dermaßen auf die Esskultur baut, ist natürlich auch auf die Pflege und Erweiterung dieser Esskultur angewiesen. Deswegen bietet besagte Kultur auch einverleibte kochkulturelle Leistungen, wie z. B. türkisches Pizza. Andererseits muss sie ihre kulturelle Leistungen den neueroberten Wirtskulturen aufdrängen. So entstand auch unser obiges Beispiel, das einst türkisch-balkanische, heute eingedeutschte Sarma. Und verflucht, ich habe schon wieder eine neue Endung zu lernen! Es heißt das Sarma (neutrum). Korrigiert mich bitte, wenn ich es verpenne.
Wer jetzt in den Genuss der kulturellen Haarspalterei gekommen ist, der findet vielleicht ein Antwort darauf, warum es folgende deutsche Speisen nicht gibt:
- deutsches irish stew
- deutsch-argentinisches Rindersteak
- deutsche Paella
Und wie wäre es anderseits mit einem türkischen Saumagen, einem türkischen Labskaus oder vielleicht einem türkischen Kartoffelsalat, so frei nach der Neuschöpfung türkische Pizza?
Betrachten wir jetzt diese besagte Speise vom kulturellen Aspekt her. Wer findet für folgenden Kinderreim eine passende Variante, mit einer Verszeile, die sich auf das Sarma statt auf Sauerkraut reimt?
Aua aua schreit der Bauer
Dann ist der ganze Tag versaut
Aua aua schreit der Bauer
Die Äpfel sind zu sauer
Die Birnen sind zu süß
Morgen gibt´s Gemüs´
Übermorgen Sauerkraut Sarma
Dann ist der ganze Tag versaut
Man soll auch berücksichtigen, dass im zweiten Weltkrieg der Spitzname der deutschen Wehrmachtsoldaten bei ihren angelsächsischen Feinden Kraut war (the Krauts). Wie wäre es z. B. stattdessen mit the Sarmas?
Wenn man dieses Kültüralisierungsverfahren auch außerhalb der Kulinaria veralgemeinert, findet man ebenfalls gute Beispiele: Deutsch-Türken, Deutsch-Afghanen, niederländische Marokkaner, britische Asiaten usw. Warum es keine Deutsch-Engländer, Deutsch-Dänen oder Deutsch-Spanier gibt, möge derjenige beantworten, der bereits die ersten Fragen auch erfolgreich absolviert hat (warum es kein deutsch-irish stew gibt).
Wir wollen lieber den kulturellen Aspekt dieser kültürellen Integration (oder Desintegration?!) verfolgen. Nehmen wir z. B. eine x-beliebige Strophe aus dem Lied Die Wacht am Rhein:
- Und ob mein Herz im Tode bricht,
- wirst du doch drum ein Welscher nicht.
- Reich, wie an Wasser deine Flut,
- ist Deutschland ja an Heldenblut!
Im neuen kültürellen Köntext könnte es so klingen:
...Reich, wie an Wasser deine Flut,
ist Deutsch-Türkland ja an Heldenblut!
Muc., 7.12.2009 NICHT ZU ÖFFENTLICHEN
Hallo,
:-)), ergänze:
“… übermorgen Sarma,
dann gibt’s ‘n schlechtes Karma!”
Durch Zufall habe ich Ihre site entdeckt,
Frage: in welcher Stadt / Region halten Sie sich auf?
Freundlichen Grüß,
office@transmitter.de
KLar gibt es deutsches Irish Stew, nur hieß das zuvor noch Weißkohleintopf und es schmeckt auch so. Weißkohleintopf ist aber nicht multikulturell genug, weshalb es die Halberstädter als Irish Stew anbieten, diese Schlingel. Wir haben ja auch so massenweise Iren hier, die ganz gierig auf Irish Stew sind, wohingegen die Frager nach Weißkohleintopf weinend nach Hause gehen.
@Hauch
Baden-Württemberg, genauer Gesagt im sehr großen Großraum Stuttgart. Daher tauchen auch manche Stuttgarter Fotos in diesem Blog auf, z. B. diese hier:
Cem, der Schwabe aus Stuttgart
Stuttgart im Juli
Oder auch mal früher:
Türkisch als Weltsprache – vor Spanisch, Italienisch, Chinesisch, Indisch…
Und danke für die Verszeile
Mir kam auch ständig Karma in den Sinn.
Aber welche andere Worte könnten sich noch reimen?
Sarma, ….Sarma,….Sarma….? *grübel*
klingt irgendwie … komisch.
- so, nach Claudi Roth, etwa in der art:
“Ich mache seit 20 Jahren Sarmapolitik. Das ist viele Jahre!
mir gefallen die Meze, mir gefallen Kichererbsenpüree, mir gefallen Sarma – Ich kann gut Sarma schlucken! – Hirrant ist mein Freund…”
Naja, wenn´s denn Weisskohl ist…ist doch, oder… ?
gibt´s bei mir heute (mit Kartoffeln), wie auch gestern (mit Reis), bin wirklich ein echter Kraut.
Lol.
Ich habe aber auch nachgedacht. Wenn man was auf Multikulti macht, könnten sich die Schinken aus Parma drauf reimen. Nur sind sie halt Schweinefleisch, und das passt wiederum den Kültür-Ideologen nicht so in den Kram.
Ich finde diese Meinung die hier verbreitet wird sehr unangebracht.
Größten Teils finde ich die Äußerungen rassistisch.
Wenn Sie mal an den Punkt kommen an dem Sie sich einer Kultur gegenüber öffnen können würden sie ihr Leben sicher bereichern.
Deutsch-Türken werden übrigens von Rassisten wie sie hier vertreten sind(Habe mir auch andere Artikel durchgelesen) so genannt. Schonmal aufgefallen das es auch Deutsche-Pizza gibt? UNd Türkische Pizza etwas ganz anderes als ital. Pizza ist?
@M. Wenn ich mich einer Kultur öffnen soll, warum muß das gerade die Türkische sein? Ich habe doch genug angenehme Kulturen zur Auswahl, aber für die Osmanen will ich mich auf keinster Weise offen zeigen.
Sie haben die meiste Zeit ihrer Geschichte die Völker übelst misshandelt, denen sie Nahe kommen konnten. Ein jeder muß auf der Hut vor den Osmanen sein. Die waren die Geisel Osteuropas. Und sie verlangen hier, dass wir uns öffnen sollen? Das wäre ein tödlicher Fehler!
Nein, das wäre es nicht.
Ich habe Türken kennengelernt und alle waren nett.
Diese kamen nach Deutschland zu besuch um dort freiwilligen Dienst zu machen um die Kriegsgräber zu säubern die durch Leute entstanden die diesselbe Meinung hatten wie sie.
Wie stehen sie denn dann zu den Römern oder Galliern wenn wir schon bei Geschichte sind? Waren die weniger grausam als Osmanen? Oder wie hielt es sich mit den Nazis ? Waren dke nicht grausam? Mittlerweile sind 60 Jahre vergangen und die Ausländer die ich kennengelernt habe kamen nicht zu mir und sagten lass mich in ruhe du nazi weil die es sich nicht so einfach machen und Geschichte oder Vorurteile benutzen um eine Kultur kennen zu lernen.
Die Osmanen sind die schlimmsten Nazis. Das kann man mit keinem anderen Volk vergleichen. Warum wollen Sie das relativieren? Das kann man nicht. Die Deutschen haben sich für die Taten der Nazi entschuldigt und überall Wiedergutmachung gezahlt. Die Osmanen aber drohen heute noch allen.
Wer so relativieren will wie Sie, der ist entweder sehr naiv oder sehr unehrlich. Sie haben kein Recht, zu denjenigen Völker so zu sprechen, die Opfer der Osmanen waren/sind!
Warum sprechen Sie nicht lieber zu Ihren “netten” türkischen Freunden und raten ihnen, sich endlich mal für diesen schlimmen Taten zu entschuldigen und Wiedergutmachung zu leisten, so wie die Deutschen auch getan haben?
@M.
Hier ist einer von diesen Ihren “netten Türken”, der gibt als Wohnort Bayern an und er schreibt so nett über Sie “scheiß Christ”, sofern Sie ein Deutscher oder Europäer sind:
Pesevenklan
Dies hat er unter einem Youtube-Video geschrieben, auf dem nichts anderes zu sehen ist, als die Leute bei der Mahnwache der BPE am 3. Oktober in Berlin. Und er konnte ihnen auch nichts anderes unterstellen, als dass sie “scheiß Christen” sind!
Wieso sollte ich diese Wesen für Nett halten, das entgeht mir. Ich kann inzwischen nicht mal mehr diejenigen für “nett” halten, die sich für solchen gefährlichen Eindringlinge einsetzen. Ich kann sie nur als häßliche Verräter empfinden.