Die Bundestagswahl als lukratives Sanierungsgeschäft?
Eine der beliebten Dokusoaps der letzten Zeit ist die Schuldenberatung des Peter Zwegat im RTL. Liebhaber der Dokusoaps kennen ihn sicher als einen besonnenen, sachkundigen Mann, der vielen Menschen, die in ausweglose Zahlungsschwierigkeiten geraten waren und einen Offenbarungseid leisten mußten, aus der Krise geholfen hat. Aber auf die Idee ist nicht mal Peter Zwegat gekommen, seine Schützlinge zu den Bundestagswahlen als Kandidaten hinzuschicken, um auf diese Weise zu Kohle zu kommen. Aber es könnte funktionieren. Mindestens zwei solche Kandidaten sind heute im Rennen.
1. Frau Sultan Ulusoy in Mannheim
Auch Frau Ulusoy, so berichtet der Mannheimer Morgen in seiner heutigen Ausgabe, soll 2005 die Eidesstattliche Versicherung abgegeben haben.
Die FDP-Kreisverbände Ulm und Alb-Donau halten an Uli Walter als Direktkandidat für die Bundestagswahl am kommenden Sonntag fest. Dies haben beide Kreisvorsitzende in einer Pressemitteilung bekräftigt. Walter steckt privat in finanziellen Schwierigkeiten und musste vor Gericht bereits einen Offenbarungseid leisten.
Der Finanz- und Steuerexperte der Liberalen hat eingeräumt, dass er mit hohen Schulden zu kämpfen hat. Diese rührten von einer Steuernachforderung des Finanzamtes und einer Scheidung her. Walter hat nach eigenen Angaben nicht den leichten Weg einer Privat-Insolvenz gewählt, um seine finanziellen Probleme zu lösen. Er wolle vielmehr die Schulden reduzieren und die Forderungen seiner Gläubiger erfüllen.
Sollten diese Kandidaten heute gewinnen, dann steht morgen sicher schon der Gerichtsvollzieher an den Türen des Bundestages, um das Geld gleich einzustreichen, was den glücklichen Gewinnern zusteht.