
In Hamburg ging es heute Nacht wie erwartet ab:
Hamburg (dpa) - Ausschreitungen in Hamburg: Mit Wasserwerfern und Schlagstöcken ist die Polizei bei einem Straßenfest im Schanzenviertel nach eigenen Angaben gegen etwa 900 bis 1000 Randalierer vorgegangen. Aus deren Reihen seien zuvor massiv Flaschen und Feuerwerkskörper auf die Beamten geworfen worden, so die Polizei. Es habe auch Festnahmen gegeben. Randalierer hätten Molotowcocktails geworfen und einen Streifenwagen angezündet. Bei dem Fest kommt es seit Jahren immer wieder zu Krawallen.
Welt online schreibt von 37 kaputtgeschlagene Fensterscheiben im Schanzenviertel. Normalerweise würde ich diese Meldung nach der kurzen copy+pasta Meldung aus Focus dabei bewenden lassen. Hamburg ist nicht meine Stadt. Ich war mal vor Jahren dort, aber ich kenne sie nicht so besonders gut.
Spannend werden die dortigen Randale aber durch die Frage: Wer gegen wem? Die Zündler und Scheibenwerfer sind erst mal Linksautonome, das ist klar. Aus den anderen islamkritischen Blogs wie PI, Kewils uvm. entsteht das Klischee, dass die Linksautonome gegen das konservative, bürgerliche Establishment zerstörerisch amok läuft. Man muß mit den Klischees aber sehr vorsichtig umgehen, denn gerade in diesen Entwicklungen der Gegenwart ist so viel Dynamik drin, dass solche feste Klischees oft binnen Monaten und Wochen ihre Gültigkeit verlieren. Noch voriges Jahr glaubten wir, bei der Lektüre von PI u. a., dass es so ging, wie oben dargestellt. Wenn man aufmerksam kleine Zeilen in den Zeitungen aufsammelt, kriegt man aber mit, dass die dortigen Bewohner gegen die neuzugezogenen Schickimickis Front machen, dass es ihnen der Ausverkauf ihres Stadtteils nicht passt. Die Schickimickis sind aber eben diese neue reiche Schicht, die zahlungskräftige Multikulti-Gesellschaft vom Rotweingürtel, die sich leisten können, einen Stadtteil als kultig zu entdecken, aufzukaufen und nach ihren Bedürfnissen umzugestalten. Das ist zumindeste der Eindruck, der hier und dort zwischen den Zeilen durchsickert. Da ist z. B. das Nobelrestaurant des multikulti Promikochs Tim Mälzer, oder die vielen teuren Kleiderläden und die Frust bei den Ortsansässigen wegen diesen Kleiderländen - dafür die vielen zerschlagenen Scheiben. Die gehören möglicherweise solchen Läden.
Ob dieses Bild, was bei mir in der letzten Zeit entstanden ist, stimmt, mögen die Hamburger bestätigen oder widerlegen. Aber wenn es stimmt, dann ist Hamburg nicht allein. Solcherlei Stimmung in den Reihen der Linken, der Autonomen und der SPD-Kundschaft kommt immer öfter als ein Hauch zwischen den vielen anderen, propagandistisch kräftiger propagierten Stimmungen der Gegenwart durch. Die Mitte-Links Gesellschaft wird immer mehr multikultiverdrossen, und das fängt an durchzuscheinen.
Der Hamburger Schanzenviertel wäre ein Beweis, wenn meine Vermutung zu den Geschehnissen dort stimmt. Neulich erst hatte ich einen Artikel zum selben Thema gebloggt. Darin kommen 2-3 andere seltsame Darstellungen der Linken vor: ein Artikel in einer Linken Zeitung, eine Aktion der Linksautonome gegen illegale Einwanderer in Paris usw.
Auch aus Mannheim, der jahrelang als eine Hochburg der SPD bekannt war, wird mir berichtet, dass die SPD-wähler zwar weiterhin auf SPD stehen, aber sie sich lehnen gegen die Migration, die Entfremdung und die Türkisierung immer vehementer auf.
Ich meine, man sollte die Augen weit offen halten. Diese Haltung wurde bisher den konservativen Bürgern, dem breiten mitte-rechts Schicht zugeordnet. Und die mitte-links Politiker konnten diese Haltung niederknüppeln, so lange sie sie in die mitte-rechts und rechtskonservative Position halten konnten. Jetzt aber scheint diese Haltung auf die mitte-links Publikum überzuschwappen. Und das könnte dann sehr schnell ins bürgerkriegähnliche Unruhen ausarten. Dass die ärmere mitte-links Schichten plötzlich entdecken, dass sie die eigentlichen Leidtragenden der Migration und Entfremdung sind, wäre nur zu folgerichtig. Und dass die mitte-links Bevölkerungsschicht immer diejenige war, die es knallen ließ, das lehrt uns die Geschichte wiederholt. Auch die Intellektuelle und Künstler positionieren sich immer auf diese Seite. Und die meisten Aufstände und Revolutionen geschahen nach diesem Muster.
Die andere alternative Richtung wäre vielleicht: arme Multikulti Schicht, gegen reiche multikulti Schicht. Und das versuchen tatsächlich die politischen Rädelsführer der Linken, Grünen und anderer linkslastigen Parteien. Aber ob es ihnen gelingt? Ich erinnere mich an eine Theorie aus dem marxistisch-kommunistischen Philosophieunterricht (oder war es Geschichte?). Es hieß so, dass bei solchen gesellschaftlichen Unruhe-Zeiten die verschiedenen Kräfte am Werk sind, sie versuchen alle, in ihrem Sinne die Geschehnisse zu steuern und sie meinen, das auch zu können. Dann aber verselbstständigen sich zu einem gewissen Moment die Entwicklungen und niemand mehr hat sie unter Kontrolle. Sie folgen dann eigenen objektiven Entwicklungsgesetzen, die die Menschen nicht mehr steuern können, weder mit humanistischen Sichtweisen, noch mit Gesetzen oder politischen Mechanismen. Die Entwicklungen bekommen dann eine Eigendynamik, ähnlich wie die biologische Evolution und folgen, wie diese, den eigenen [kulturellen] Evolutionsgesetzen.
Und es gibt einige Beispiele in der Geschichte, wie solche Unruhezeiten aus den Händen derer gerutscht sind, die meinten, sie kontrollieren und lenken zu können. Ich meine, wenn jetzt so ein Paradigmenwechsel mit der Multikulti stattfindet, dann sehen wir solchen Zeiten entgegen.
Tags: Bürgerkrieg, Hamburg, Linke, Migration, Unruhen
Da passiert überhaupt gar nix.
Was das Geschehen bestimmt ist:
1)die Anzahl der Soldaten, die du hast. Gott ist mit den stärkeren Bataillonen: Demografiekrieg.
2)das Geld, oder gerne auch: der Kredit. Damit werden die Bewegungen finanziert. Wer den Weltmarkt beherrscht, beherrscht alles.
Jede Bewegung kollabiert sehr schnell, wenn sie wirtschaftlich unattraktiv ist. Da sie vom Weltmarkt ausgeschlossen ist, ist sie unattraktiv. Das wenige, was wirtschaftlich auf die Beine gestellt wird, wird sehr schnell durch Aufkaufen korrumpiert und wieder eingefangen.
Dann wird die Bewegung umgedeutet, es beginnen die Interpretationen, und schließlich ist Mohammedanismus Frieden, alle dürfen alles und alles ist gleich gut.
Rotes Bier gegen roten Wein
-> Tagesspiegel (12.07.2009)