Katholischer Pfarrer auf dem Kanzel: Man soll mehr Forderungen an den Moslems stellen
Die "Max" Kirche in Düsseldorf
St. Maximilian, Düsseldorf: Katholischer Pfarrer kritisiert von der Kanzel mangelnde Forderungen an Muslime und Problem-Ausblendung “aus politischen Gründen”
Die Maxkirche in der Düsseldorfer Altstadt - eines der berühmtesten und ältesten katholischen Gotteshäuser in der Region Düsseldorf (eingeweiht 1737) - hier wird gelegentlich Klartext gesprochen. So auch am vergangenen Samstag, dem 27. Juni. Pfarrer Dr. Joseph Schuh predigte zum Thema Islam. Hier sagte ein Pastor ungewohnt deutlichen Worte, woran die Integration scheitert und weshalb man zwar von der “Opferrolle” der Muslime spricht, jedoch an sie keine Forderungen stellt.
“Schon bei meiner letzten Predigt über das Problem “Islam in Deutschland” wurde ich anschließend gefragt, warum man sonst in Predigten und Kirchen nicht darüber sprechen würde. Meine Antwort darauf kann nur lauten: weil man die Probleme verdrängt, aus politischen Gründen (wenigstens zwei Millionen Wähler) vernebelt, und wenig Bewußtsein dafür entwickelt, wie sehr unsere eigene zukunft von der Integration der in unserem Land lebenden Einwanderer abhängt.
“Opferrolle” der Migranten
Man will einfach nicht offen sagen, daß es die grundlegenden Unvereinbarkeiten und Heterogenitäten sind, an denen die bisherige Integrationspolitik scheitert. Aus eben den politischen Gründen (Wähler!) wird überwiegend nur von der “Opferrolle” der Migranten durch religiöse Diskriminierung und Ausgrenzung gesprochen, aber es wird nicht daran gedacht, Forderungen an die Muslime zu stellen, wenn sie hier in unserem Land leben.
In unserem Land wurden und werden gewaltige Summen ausgegeben für die Eingliederung und die Förderung der Muslime. Das Ergebnis ist, vorsichtig ausgedrückt, entmutigend.
Die Antwort finden wir im Zentrum der kulturellen Auseinandersetzung: im Koran. Denn hier wird tatsächlich Unterschiedliches gemeint, wenn wir dieselben Begriffe gebrauchen: Freiheit, Anstand, Würde, Schande, Respekt und Dialog, Diskussion und viele andere Begriffe. Und Obama hat zwar von den religiösen Versuchen zueinander zu kommen gesprochen. Aber er hat nicht von der Scharia gesprochen, die der Islam ja in die ganze Welt exportieren will.
Skandalöser Anachronismus
Die Scharia, das Gesetz des Islam, ist notorisch grundgesetzwidrig, ein skandalöser Anachronismus, das Fossil einer überholten Menschheitsepoche und ein schweres Hindernis auf dem Weg zur Reformierung und Modernisierung des Islam.
Der Islam ist eine Leitkultur. Oberstes Gesetz ist der Gehorsam gegenüber Gott, gegenüber den Älteren als seinen Stellvertretern, gegenüber den Männern oder den Brüdern. Die türkischstämmige Necla Kelek erzählt: Söhne, kaum älter als 12, halten das Portemonnaie in der Hand, wenn sie ihre Mütter zum Einkauf begleiten. Sie sind es, die bezahlen. Sie sind es, die bei Abwesenheit des Vates als “Mann im Haus” das Sagen haben.
Die Hierarchie wird also über das Geschlecht definiert und als gottgegeben legitimiert. Als Gesetzesreligion beansporucht der Islam die Regelhoheit über alle Lebensbereiche, auch die Politik. Die kulturelle Differenz ist enorm. Wir haben es mit einem Wertekonflikt zu tun, der die Grundlagen unseres Zusammenlebens berührt als Menschen, die doch grundsätzlich zusammenleben sollen. Auch hierüber hat Obama kein Wort verloren, nämlich über unsere europäische Identität, die ja in der Aufklärung liegt.
Was ist Aufklärung? Säkular kommt vom lateinischen “saeculum” und bedeutet “Jahrhundert”. Damit ist ein befristeter Zeitraum mit einem Anfang und einem Ende gemeint. Säkularisierung bedeutet historisch den Übergang von ewigen, gottgegebenen zu zeitgebundenen Werten. Werte und Glaubensinhalte wurden in der Säkularisierung auf einmal und erstmals in ihrem historischen Kontext gesehen. Das öffnete den historisierenden Blick. Man bezeichnete diese Entwicklung als “Aufklärung”. Sie hat den Freiheitsgedanken in die Welt gebracht. An die Stelle von Schicksal oder “Kismet” trat der sein Schicksal in die Hand nehmende, vernunftbegabte Mensch. Mit der Aufklärung wurde ihm die Vernunft zur Seite gestellt, die Frage, der Zweifel.
Verbindlicher Gesellschaftsvertrag
Der Islam hat eine solche Aufklärung noch vor sich. Ihm muß unmißverständlich klar werden, daß ein Miteinander in unserem Land auf einem für alle verbindlichen Gesellschaftsvertrag beruht, der keine Parallelwelten mit grundsätzlich anderen Normen und Rechtsvorstellungen dulden kann. Wir leben hier in Deutschland in einer kulturell pluralen (aber keiner multikulturellen!) Gesellschaft, deren Miteinander durch wertbezogene Gemeinsamkeiten entsteht und nicht durch eine Aneinanderreihung multikultureller Parallelwelten. Daran entscheidet sich die Integration und davon hängt auch der interreligiöse Dialog ab.