Migranten fühlen sich wohler als Einheimischen

Eine Studie, die Joycelin Li 2006 bei einem Treffen der Soziologen in Montreal vortrug, besagt:

Migration und die  psychologische Befindlichkeit sind ein wichtiges Thema, aber die gemischten Ergebnisse in der Fachliteratur erlauben keine qualifizierten Schlußfolgerungen. Diese Arbeit hat Data aus dem National Health Interview Survey benutzt, um Regelmäßigkeiten in der psychologischen Befindlichkeit der Migranten verglichen zu der Befindlichkeit der Einheimischen herauszufinden und um für Schlüsselfaktoren zu suchen, die die mentale Gesundheit der Migranten steuern.  Die Ergebnis sugeriert, dass Migranten, trotz die Schwierigkeiten, mit denen sie konfrontiert werden, sich eigentlich seelisch wohler fühlen, als die Einheimischen. Migranten sind weniger ängstlich und deprimiert als die Einheimischen, obwohl man annimmt, dass die  Migration einen stürkeren Impakt auf die Senkung des Angst-Pegels ausübt, als auf die Senkung der Depression. Des Weiteren, der Unterschied in der seelischen Störung zwischen den Migranten und Nichtmigranten wurde von Kontroll-Auswirkungen bereinigt (Außnahme die unterdrückenden Auswirkungen der Erziehung und Einkommen auf die Depression). Dies  veranlasst mich zu einer Erklärung der selektiven Wirkung der Immigration. Diese Störfaktoren sind im Einklang mit einigen früheren Studien über die psychische Befindlichkeit der Migranten in kleinerem Rahmen; und bestätigen auch die Ergebnisse der soziologischen Froschung auf Seßhaftigkeit und psychologischer Gesundheit, d. h. den "epidemiologischen Paradox".

Der Text ist schwierig zu verstehen und es fehlt der Gesamtartikel. Das Wort "Seßhaftigkeit" im letzten Satz bezieht sich auf die Einheimische Bevölkerung als Gegenpol zu Migranten. Der Text bezieht sich auf eine Mischgesellschaft, zusammengesetzt aus Migranten und Einheimischen.

Der Text kann deswegen nicht formulieren, dass Seßhaftigkeit selber krank macht. Auch kann der Text nicht einfach formulieren, dass Migration das seelische Befinden erhebt. Wenn aber der seelische Gesundheitszustand der Überwanderten schlechter ist, als der seelische Gesundheitszustand der Überwanderer, dann bedeutet das, dass Überwanderung die Einheimischen krank macht.

*************

Abstract: Immigration and psychological wellbeing is an important topic, but the mixed findings from the past literature do not allow qualified conclusions. This paper uses data from the National Health Interview Survey to find out the patterns of today’s immigrants’ psychological well-being by comparing them with native-born population and look for the key factors that shape immigrants’ mental health. The results suggest that immigrants, despite the hardship they are confronted with, actually have greater psychological wellbeing than natives. Immigrants are less anxious and less depressed than their native-born counterparts, though immigration is found to have a more powerful impact on lowering the anxiety level than decreasing depression. Furthermore, the difference of psychological distress between immigrants and non-immigrants are net of effects of controls (except the suppressing effects of education and income on depression) inclines me to the immigration selectivity explanation. These distress patterns are in accordance of some previous small-scale studies on mental health of immigrants and strikingly consistent with findings from the sociological research on nativity and physical health, i.e., the “epidemiological paradox”.

Diese Zusammenfassung wurde zu einem Artikel der Soziologin Joycelin Li für ein Treffen der Soziologen in Montreal in 2006 zum Thema "Immigration and psychological Well-Being" (Migration und psychologisches Wohlbefinden" geschrieben.

Ich belasse den einkopierten englischen Text aus dem Cache.

3 Kommentare:

  1. wolaufensie schrieb am 29. Mai 2009 um 12:49:

    …na , ist doch klar, dass sich die Musels
    wohler fühlen als Einheimische, denn wie
    es doch so schön in einem bekannten Lied (von Truckstop ?) hiess:

    Take it easy, altes Haus,
    mach dir nichts draus
    und schlaf dich erst mal richtig aus,
    bleib zuhaus.
    Morgenstund hat Gold im Mund,
    doch damit siehst du auch nicht besser aus.

    Take it easy, altes Haus,
    wer morgens länger schläft,
    hält’s abends länger aus.
    Fang deinen Tag doch später an,
    dann bleibst du länger dran.

    :rolleyes

  2. Rene schrieb am 26. Juni 2009 um 23:40:

    Negation der Freiheit
    Die Abschieberichtlinie der Europäischen Union bedroht die Menschenrechte
    und die internationale Zusammenarbeit
    Von Evo Morales Ayma * , Indianischer Präsident von Bolivien

    Mit nachfolgendem Brief wandte sich Evo Morales am Dienstag (10. Juni)
    gegen die geplante Abschieberichtlinie der EU. Das Dokument wurde in
    Bolivien im Internet veröffentlicht und von den Botschaften verbreitet.

    Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war Europa ein Kontinent der
    Emigranten. Dutzende Millionen Europäer gingen nach Amerika, als
    Kolonisten, vertrieben von Hunger, Finanzkrisen, Kriegen oder auf der
    Flucht vor totalitären Regimen und der Verfolgung ethnischer Minderheiten.

    Heute verfolge ich mit Besorgnis die Verhandlungen über die sogenannte
    Abschieberichtlinie der EU. Der Text, der am 5. Juni von den
    Innenministern der 27 Mitgliedsstaaten verabschiedet wurde, soll am 18.
    Juni im Europäischen Parlament zur Abstimmung stehen. Ich bin sicher, daß
    die Regelung auf drastische Weise die Voraussetzungen für Inhaftierung und
    Ausweisung von Migranten ohne Papiere verschärfen würde, wie lange sie
    sich auch schon in den europäischen Ländern aufhalten mögen; ungeachtet
    ihrer Arbeitssituation, ihrer familiären Beziehungen, ihres
    Integrationswillens und ihrer Integrationsfortschritte.

    In die Länder Lateinamerikas und nach Nordamerika kamen die Europäer
    massenweise, ohne Visa und ohne Bedingungen, die ihnen von den Behörden
    gestellt wurden. Heute wie damals sind sie willkommen in unseren Ländern
    des amerikanischen Kontinents, der damals mit den Flüchtlingen auch das
    wirtschaftliche Elend Europas und seine politischen Krisen aufgenommen
    hat. Die Europäer waren auch auf unseren Kontinent gekommen, um seine
    Reichtümer auszubeuten und nach Europa zu schicken. Der Preis für die
    Urbevölkerungen Amerikas war hoch, wie das Beispiel der Stadt Potosí am
    Fuße des Cerro Rico mit seinen berühmten Silberminen zeigt. Sie lieferten
    dem europäischen Kontinent seit dem 16.Jahrhundert und bis zum
    19.Jahrhundert den Rohstoff für Münzen.

    Die europäischen Migranten, ihr Hab und Gut sowie ihre Rechte wurden bei
    uns immer respektiert.

    Wirtschaftsfaktor Migration

    Heute ist die Europäische Union das Hauptziel der Migranten der Welt. Der
    Grund ist der gute Ruf der Europäi¬schen Union als Region von Prosperität
    und öffentlichen Freiheiten. Die Migranten kommen mehrheitlich in die EU,
    um zu dieser Prosperität beizutragen, nicht um sich ihrer zu bedienen. Sie
    wirken bei öffentlichen Arbeiten mit, in der Baubranche, im Bereich der
    Dienstleistungen und in Krankenhäusern. Sie übernehmen meist Tätigkeiten,
    die Europäer nicht ausüben können oder wollen. Sie tragen zur
    demographischen Dynamik des europäischen Kontinents bei, zur
    Aufrechterhaltung des notwendigen Verhältnisses zwischen aktiven und
    passiven Arbeitskräften, das seine großzügigen sozialen Systeme möglich
    macht. Sie geben dem Binnenmarkt neue Impulse und stützen den sozialen
    Zusammenhalt. Die Migranten bieten eine Lösung für die demographischen und
    finanziellen Probleme der EU.

    Uns wiederum bieten die Migranten eine Hilfe zur Entwicklung, die uns die
    Europäer verweigern — da nur wenige Länder tatsächlich das Minimalziel
    von 0,7 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes für Entwicklungshilfe
    aufwenden. Lateinamerika erhielt im Jahr 2006 indes 68 Milliarden
    US-Dollar Geldüberweisungen von Migranten. Das ist mehr das Doppelte der
    ausländischen Investitionen in unseren Ländern.

    Weltweit erreichen diese Überweisungen von Migranten an ihre Familien 300
    Milliarden US-Dollar. Dieser Betrag übersteigt die 104 Milliarden
    US-Dollar Entwicklungshilfe bei weitem. In meinem eigenen Land, Bolivien,
    entsprechen die Überweisungen mehr als zehn Prozent des
    Bruttoinlandsproduktes, rund 1,1 Milliarden US-Dollar und dem Wert eines
    Drittels unserer jährlichen Gasexporte.

    Die Wirtschaftskraft der Migranten ist trotzdem vor allem für die Europäer
    von Vorteil und nur marginal für uns in der Dritten Welt. Wir verlieren
    Millionen unserer qualifizierten Arbeitskräfte, in die unsere Staaten,
    obwohl sie arm sind, unzählige Ressourcen investiert haben.

    Leider verschlimmert die Abschieberichtlinie der EU diese Situation in
    erschreckender Weise. Auch wenn wir davon ausgehen, daß jeder Staat oder
    jede Staatengruppe die eigene Migrationspolitik in voller Souveränität
    definieren kann, können wir nicht akzeptieren, daß unseren Mitbürgern und
    lateinamerikanischen Brüdern die Grundrechte verweigert werden. Denn die
    EU-Abschieberichtlinie sieht die Möglichkeit der Einkerkerung der
    Migranten ohne Papiere bis zu 18 Monate vor. Danach folgt die Ausweisung
    oder ihre »Entfernung«, wie der exakte Terminus der Direktive lautet. 18
    Monate! Ohne Urteil und Gerechtigkeit! Der vorliegende Entwurf der
    Richtlinie verletzt damit eindeutig die Artikel 2, 3, 5, 6, 7, 8 und 9 der
    Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948. Darin heißt es unter
    anderem: »Jeder hat das Recht, sich innerhalb eines Staates frei zu
    bewegen und seinen Aufenthaltsort frei zu wählen«. Und weiter: »Jeder hat
    das Recht, jedes Land, einsc
    hließlich seines eigenen, zu ver
    lassen und in sein Land zurückzukehren.«

    Und was das Schlimmste ist: Es wird die Möglichkeit geschaffen, Mütter und
    Minderjährige, ohne ihre familiäre oder schulische Situation zu
    berücksichtigen, in Internierungszentren einzusperren. Die Folge sind
    Depressionen, Hungerstreiks und Selbstmorde. Wie können wir tatenlos
    akzeptieren, daß Mitbürger und lateinamerikanische Brüder ohne Papiere in
    Lagern eingepfercht werden? Und das, obwohl sie mehrheitlich seit Jahren
    dort gearbeitet haben und integriert sind. Auf welcher Seite besteht heute
    die Pflicht zu humanitärer Einmischung? Was ist mit der
    »Bewegungsfreiheit«, mit dem Schutz gegen willkürliche Haft?

    Appell an das Gewissen

    Parallel zu dieser Politik versucht die Europäische Union, die
    Andengemeinschaft (Bolivien, Kolumbien, Ecuador und Peru) davon zu
    überzeugen, ein »Assoziierungsabkommen« zu unterzeichnen, das einen
    Freihandelsvertrag einschließt, der sich in Charakter und Inhalt nicht von
    den Verträgen unterscheidet, die die Vereinigten Staaten unseren Ländern
    aufzwingen.

    Wir stehen unter intensivem Druck aus der Europäischen Kommission, die
    vollständige Liberalisierung im Handel, in den Finanzdienstleistungen,
    beim intellektuellen Eigentum und in unseren öffentlichen Diensten zu
    akzeptieren. Außerdem bedrängt man uns unter dem Vorwand des »juristischen
    Schutzes« wegen der Nationalisierung von Wasser, Gas und
    Telekommunikation, die wir am Internationalen Tag der Arbeit vorgenommen
    haben. Ich frage: Wo ist die »juristische Sicherheit« für unsere Frauen,
    unsere Jugendlichen, Kinder und Werktätigen, die in Europa bessere
    Aussichten suchen? Die Freiheit des Handels und der Finanzen soll
    gewährleistet werden, während wir unsere Brüder in Gefängnissen ohne
    Urteil sehen. Dies zu akzeptieren hieße, die Grundlagen der Freiheit und
    der demokratischen Rechte negieren.

    Wenn die Abschieberichtlinie verabschiedet werden sollte, stehen wir vor
    einem ethischen Dilemma. Die Verhandlungen über Handelsfreiheit mit der EU
    könnten nicht vertieft werden. Wir behalten uns auch das Recht vor, für
    EU-Bürger die gleichen Visapflichten festzulegen, die den Bolivianern seit
    dem 1. April 2007 auferlegt werden. Bisher haben wir nichts unternommen,
    weil wir auf günstige Signale aus der EU gehofft haben.

    Die Welt, ihre Kontinente, ihre Ozeane und ihre Pole sind von Problemen
    belastet: die globale Erwärmung, die Verschmutzung, der langsame aber
    sichere Verbrauch der Energieressourcen und die bedrohte Biodiversität.
    Hunger und Armut wachsen in allen Ländern und schwächen unsere
    Gesellschaften. Die Migranten, ob mit oder ohne Papiere, zu Sündenböcken
    für diese globalen Probleme zu machen, ist keine Lösung. (…) Diese
    Probleme sind das Ergebnis eines vom Norden aufgezwungenen
    Entwicklungsmodells, das den Planeten zerstört und die Gesellschaften der
    Menschen fragmentiert.

    Im Namen des Volkes von Bolivien, aller meiner Brüder auf dem Kontinent
    und in Regionen der Erde wie dem Maghreb und den übrigen Ländern Afrikas
    richte ich einen Appell an das Gewissen der führenden europäischen
    Politiker und Abgeordneten, der Völker, Bürger und politisch aktiven
    Kräfte Europas: Die Abschieberichtlinie darf nicht verabschiedet werden.
    Es ist eine Direktive der Schande. Ich appelliere an die EU, in den
    nächsten Monaten eine Migrationspolitik zu erarbeiten, die die
    Menschenrechte respektiert, die es ermöglicht, diese vorteilhafte Dynamik
    zwischen den beiden Kontinenten zu erhalten. Ich appelliere an sie, die
    gewaltigen historischen, wirtschaftlichen und ökologischen Schulden zu
    begleichen, die die Länder Europas gegenüber einem großen Teil der Dritten
    Welt haben. Die offenen Adern Lateinamerikas müssen verheilen. (Anspielung
    auf das Buch »Die offenen Adern Lateinamerikas« des Uruguayers Eduardo
    Galeano, d. Red.)

    Die »Integrationspolitik« darf heute nicht auf die gleiche Weise versagen,
    wie die »zivilisatorische Mission« in der Zeit der Kolonien gescheitert
    ist. Nehmen Sie alle, Regierungsvertreter, Europa-Parlamentarier,
    Compañeras und Compañeros, brüderliche Grüße aus Bolivien entgegen. Unsere
    Solidarität gilt besonders allen »Illegalen«.

    * Evo Morales Ayma amtiert seit Januar 2006 und ist der erste indigene
    Präsident der Republik Bolivien

  3. Kybeline schrieb am 27. Juni 2009 um 08:53:

    @Rene, du stellst die Rechte aller Migranten vor dem Recht der hiesigen Gesellschaft. Das ist 100% der kommunistische Staatsfeind.

Schreibe einen Kommentar! Die Kommentare zu den Beiträgen geben nicht die Meinung Kybeline´s wieder. Wir behalten uns vor, sie zu kürzen oder zu löschen. Das betrifft auch Kommentare, die zu sehr vom Thema des Beitrags abweichen. Kommentatoren, die gegen unsere Policy verstoßen, werden gesperrt oder unter Moderation gestellt. Wir bitten unsere Leser, entsprechende Kommentare Kybeline über das Kontaktformular zu melden.:

;) :twisted: :surprised: :rolleyes :redface :mad:) :lol: :idea: :evil: :eek :cry: :cool: :confused: :Pfeil: :Fragezeichen: :D :Achtung!: :=) :-| :-P :) :(

 
Blog Top Liste - by TopBlogs.de