Demo in Stuttgart gegen Ehrenmorde

Erinnert euch an Morsal O. aus Hamburg? Sie wurde von ihrer eigenen Familie ermordet, weil das Ehre des Afghanen ist, Frauen zu ermorden. Und an Hatun? Erinnert ihr euch an Hatun? Sie wurde ermordet, weil auch die Ehre des Türken dasselbe ist: Frauen zu ermorden.

Gegen diese Menschen, die sich ehrlos vorkommen, wenn sie ihre Frauen nicht ermorden, demonstriert die Organisatione Terres des Femmes am kommenden Wochenende in Stuttgart.

Zeichen setzen gegen Verbrechen im Namen der Ehre

Tatort Deutschland: 70 „Ehrenmord“ - Opfer in neun Jahren

Gülsüm Semin wollte nicht zwangsverheiratet werden. Ihr Bruder hat sie deshalb erdrosselt. Das war im März dieses Jahres in Rees (Kreis Kleve). Vor fast genau einem Jahr, am 15. Mai 2008, wurde in Hamburg Morsal Obeidi ermordet – auch von ihrem Bruder. Morsal war 16 Jahre alt. Gülsüm und Morsal mussten sterben, weil sie auch so leben wollten wie andere Frauen hier.

Gülsüm und Morsal gehören zu den bekanntesten "Ehrenmord"–Opfern in Deutschland. Einzelfälle sind sie nicht. In den vergangenen neun Jahren starben in Deutschland 70 junge Frauen – weil sie angeblich Schande über ihre Familien gebracht haben. Gülsüm und Morsal stehen für unzählige namenlose Mädchen und Frauen, die unter Gewalt im Namen der Ehre litten und leiden.

peri - Verein für Menschenrechte & Integration e.V. und TERRE DES FEMMES setzen mit

einer Demonstration, einer Kundgebung und einer Mahnwache
am Samstag, 16. Mai um 12.00Uhr in Stuttgart
ein deutliches Zeichen gegen Verbrechen im Namen der Ehre.

Der Protestzug beginnt um 12.00 Uhr am Josef-Hirn-Platz in Stuttgart. Die Kundgebung und die Mahnwache finden auf dem Platz Kronprinz-/ Ecke Büchsenstraße statt. Für Interviews im Vorfeld und Anfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Auch Serap Cileli wird auf diese Demo erwartet!

Und ich sage euch: Unsere Frauen hatten damals ihr Korsett abgelegt, ihre BHs verbrannt und sich befreit. Jetzt ist eure Zeit gekommen: Verbrennt eure Schleier, legt eure Kopftücher ab.

Erinnert euch an Amina und Sarah? Sie waren zwei fröhliche Mädchen aus den USA, die von ihren Vater ehrenmordet wurden, weil sie kein Kopftuch tragen wollten.

Das islamische Kopftuch sagt:
Nur eine keusche Frau, die nach islamischen Geboten lebt, ist eine gute Frau
Das isalmische Kopftuch sagt:
Alle Frauen ohne Kopftuch sind Schlampen, die belästigt und vergewaltigt werden dürfen
Das islamische Kopftuch sagt:
Nur eine Frau, die einen Moslem Mann heiratet, ist eine gute Frau.
Das islamische Kopftuch sagt:
Nur eine Frau, die sich dem Willen ihrer Familie und des Imams unterwirft, ist eine gute Frau.
Das islamische Kopftuch sagt:
Die, die keine gute Frau ist, darf vergewaltigt, geschlagen und ehren
mordet werden.

Verbrennt eure Kopftücher!
Werdet frei!

"Viele junge Frauen tragen das Kopftuch aufgrund immensen sozialen Drucks. TERRE DES FEMMES befürchtet, dass eine Rücknahme der "Kopftuchverbote" die Integration und Emanzipation muslimischer Frauen behindern würde. TERRE DES FEMMES erfährt dies tagtäglich: Allein 2008 erhielten wir 197 Hilferufe von Mädchen und Frauen, die von Zwangsheirat oder Gewalt im Namen der so genannten Ehre bedroht oder betroffen waren. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um fast 15%."

Quelle

Hits: 48

17 Kommentare:

  1. Wilhelm Entenmann schrieb am 12. Mai 2009 um 12:20:

    Das hat (wieder mal) nichts mit dem Islam zu tun:

    "Ich spreche hier nicht nur von meinem Volk, den Türken und Kurden, sondern es sind Länder wie Pakistan, Jordanien, Marokko, Albanien, Brasilien, Griechenland und Italien betroffen, in denen die Frauen von traditionell patriarchalischen verfestigten Familienstrukturen umgeben sind. Es beschränkt sich also nicht nur auf den islamischen Kulturkreis, in denen Zwangsheirat, Ehrenmorde und Häusliche Gewalt (bis hin zu Steinigungen) als Mittel zum Zweck dienen.
    Quelle: Fatma Bläser

    Dass die Muslime auf dem Balkan (Albanien, Griechenland) und in Sizilien (Italien) waren, das ist mir bekannt..., aber jetzt auch noch Brasilien? :lol:

  2. Pit schrieb am 12. Mai 2009 um 14:12:

    Es heißt Schandmord und Familienmord, nicht Ehrenmord.

  3. erik schrieb am 12. Mai 2009 um 19:32:

    @wilhelm entenmann
    irgendwo hab ich mal gelesen, daß sogar die indianer in nordamerika türken wären. :=) :=)

    hier fällt mir ein sehr gutes zitat von plondfair ein:

    "Bei keinem anderen Volk liegen Anspruch und Wirklichkeit so weit auseinander wie bei den Kleinasiaten."

  4. Dolomitengeist schrieb am 14. Mai 2009 um 12:50:
  5. Fressenzelt,ade? Bitte nicht! schrieb am 4. September 2009 um 15:32:

    Bitte lasst das Fressenzelt an!!!

    Laut einem Fernsehbericht, in dem türkische und kurdische "Gemeindevorsteher" über das Heiraten und anschliessende Kinderkriegen unter BLUTSVERWANDTEN wie etwa Cousin und Cousinen befragt wurden, antworteten diese lapidar: das sei ganz etwas normales und eben besser als etwas "Fremdes" in die Familie reinzulassen!!!
    Man merkte förmlich dass diese (übrigens in Deutschland lebenden!) "Gemeindevorsteher" gar nicht wussten daß durch solch ein Vorgehen (Inzucht) genetische Probleme auftreten können, ergo das bei Türken/Kurden total normal sei....
    Wenn man sich die "genetische Pracht" des türkischen/kurdischen Volkes mal so revue passieren lässt, da geht einem doch gleich ein Licht auf! Es wurde in dem Bericht von etwa 19% Inzucht unter diesen Völkern gesprochen. Das sollten Sie sich mal auf der Zunge zergehen lassen...
    Bitte lasst euere Fressenzelten auf damit ihr uns mit eueren hässlichen Fressen den Apetit nicht ganz verderbt, DANKE!!!

  6. Guerreiro schrieb am 4. September 2009 um 17:49:

    Das in Brasilien Frauen gesteinigt werden ist mir neu. Ich wohne in Brasilien und ich habe hier noch nie von irgend einer Steinigung gehört.
    :Fragezeichen: Immer schön von den eigenen Gepflogenheiten ablenken und versuchen auf andere zu schieben :Fragezeichen:

  7. _Saby. schrieb am 7. November 2009 um 22:42:

    hej altah .. mal schön langsam.. was soll der shit? Die Türken/Kurden oder Muslime, die solchen scheiss anstellen, haben selbst keine Ahnung, was ihre Religion bedeutet. Genau so seid ihr auch. :confused: Die Zeiten alle in den gleichen Dreck zu ziehen, wegen ein paar Vorfälle, sind längst Vergangen. :rolleyes Katholiken haben den gleichen Scheiss getan. Tuns immernoch heute. Doch das sieht keiner. Kauf dir nen richtigen Koran. Dann wirst du staunen. Peaceee.

  8. rose schrieb am 8. November 2009 um 02:32:

    Guerreiro schrieb am 4. September 2009 um 17:49:

    => stimmt. Frauen werden in Brasilien gesteinigt.
    dafür werden sie alle als bitches gehalten, die man für ein paar groschen kaufen und verkaufen kann.
    also das was die "ehrenkranken" mit ihren frauen und schwestern machen ist natürlich zu verurteilen und hart zu bestrafen.
    aber als Frau würde ich mich weder in meiner freiheit kastrieren lassen, noch mich billig behandeln lassen.
    Frauen sind weder Nonnen noch bin sind wir Flittchen.
    Sie sind einfach Menschen die genau das natürlich Recht auf ihr Leben und ihre Meinung haben, wie jeder Mensch auch. Und sich nichts aufdiktieren lassen.
    Weder von der patriarchalischen Gesellschaft, noch von einer sexistischen Gesellschaft und auch nicht von schwulen Designern die androgyne Frauen auf die Laufstege schicken, bloss weil sie auf knackige kleine Männerpopos stehen!
    Diese Kritik zielt nicht darauf ab, dass diese Designer schwul sind und auf Männer stehen. Sondern nur darauf, dass sie durch ihre sexuellen schwulen Phantasien auf Frauen projizieren wollen, die von Natur aus kurvenreicher sind.
    Sollen sie schwul sein. Kein Ding. Nur Frauen sollen sie Frauen sein lassen. Und keine androgyne Körper.

  9. rose schrieb am 8. November 2009 um 02:34:

    => stimmt. Frauen werden in Brasilien gesteinigt.

    ähm... das sollte eigentlich folgendermaßen heißen:

    => stimmt. Frauen werden in Brasilien NICHT gesteinigt.

    dafür werden sie alle als bitches gehalten, die man für ein paar groschen kaufen und verkaufen kann.
    also das was die “ehrenkranken” mit ihren frauen und schwestern machen ist natürlich zu verurteilen und hart zu bestrafen.
    aber als Frau würde ich mich weder in meiner freiheit kastrieren lassen, noch mich billig behandeln lassen.
    Frauen sind weder Nonnen noch bin sind wir Flittchen.
    Sie sind einfach Menschen die genau das natürlich Recht auf ihr Leben und ihre Meinung haben, wie jeder Mensch auch. Und sich nichts aufdiktieren lassen.
    Weder von der patriarchalischen Gesellschaft, noch von einer sexistischen Gesellschaft und auch nicht von schwulen Designern die androgyne Frauen auf die Laufstege schicken, bloss weil sie auf knackige kleine Männerpopos stehen!
    Diese Kritik zielt nicht darauf ab, dass diese Designer schwul sind und auf Männer stehen. Sondern nur darauf, dass sie durch ihre sexuellen schwulen Phantasien auf Frauen projizieren wollen, die von Natur aus kurvenreicher sind.
    Sollen sie schwul sein. Kein Ding. Nur Frauen sollen sie Frauen sein lassen. Und keine androgyne Körper.

  10. Kybeline schrieb am 8. November 2009 um 11:07:

    die man für ein paar groschen kaufen und verkaufen kann.

    Und was zahlt Mann im Islam für eine Frau? Einen Brautpreis? Und was kostet die Braut bei der Zeitehe? Etwa bei den ägyptischen oder iranischen Stundenehen? Ich wollte schon immer gern die Preise erfahren.

    Ich glaube aber, dort werden die Moslemfrauen auch immer billiger, denn wie ich wiederholt gehört und auch in Artikeln gelsen habe, mögen viele Muselmänner lieber ungläubige Frauen heiraten, sie finden die eigenen, einheimischen Angebote etwas zu frigide (Ägypten, Türkei), zu teuer (Saudi Arabien), oder einfach zu faul, zu hilflos, kostspielig im Alltag (Saudi Arabien, Tunis).

    Einige Quelltexte sind auch hier im Blog dazu zu finden.

  11. Rojas schrieb am 14. November 2009 um 08:33:

    Man muss es doch mal aussprechen: Ab einem Alter von etwa 16 Jahren sind der Wunsch nach Liebe und schließlich auch nach Sexualität doch etwas völlig Natürliches. Und zwar bei Jungs ebenso wie bei Mädchen.

    Dennoch wird moslemischen Mädchen und Frauen, egal ob es nun Türkinnen, Kurdinnen, Araberinnen oder Pakistanerinnen sind, meistens das grundsätzliche Recht auf ein "Liebesleben in eigener Regie" abgesprochen. Es ist dann immer wieder das gleiche Elend mit drohender oder vollendeter Zwangsheirat, Weglaufen oder eingereichter Scheidung des Mädchens bzw. der Frau, drohendem oder vollendetem Ehrenmord.

    Aber genau das ist der ganze Knackpunkt in der islamischen Kultur bei "multikulturellen Konflikten": Das Recht auf ein Liebesleben in eigener Regie - ohne jedes Wenn und Aber. Und zwar nicht nur für Jungs/Männer, sondern ebenso auch für Mädchen/Frauen.

  12. Kybeline schrieb am 14. November 2009 um 11:04:

    So ist es, Rojas.
    Als Frau muß man sich heute noch glücklich preisen, wenn man in eine Kultur hineingeboren ist, wo einem dieses elementares Menschenrecht gewährleistet wird: Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Und bei den Frauen muß man hinzufügen, dass in solchen patriarchalen Kulturen wie der Islam das Elend dadurch noch viel vergrößert wird, wenn frau (Kindfrau) Sex mit einem Mann haben muß, der sie anekelt. Männer können sich das gar nicht vorstellen, denn bei Männer muß mindestens die physische Bereitschaft da sein, Sex zu haben. Aber manche Frauen in diesen Kulturen wären viel glücklicher, ein Leben als Nonne in einem Kloster führen zu dürfen, als so ein Sexualleben in einer arangierten Ehe (die oft auch nur eine Ehe-Haft ist) Das Sexualelend der Frauen dort ist um ein Vielfaches Größer, als die Männer hierzulande sich vorstellen können.

  13. KarlMartell schrieb am 17. Januar 2010 um 12:26:

    rose schrieb am 8. November 2009 um 02:34:
    stimmt. Frauen werden in Brasilien NICHT gesteinigt.
    dafür werden sie alle als bitches gehalten, die man für ein paar groschen kaufen und verkaufen kann.

    Warum verkaufen Sie hier solch einen Schwachsinn? Damit disqualifizieren Sie sich doch selbst von jeder ernsthaften Diskussion. In Brasilien koennen mehr Frauen als Maenner schreiben und lesen, Frauen gehen laenger zur Schule und oefter auf die Universitaet. Weil sie "wie bitches gehalten" werden?
    Informieren Sie sich.
    Gruss
    KM

  14. Kybeline schrieb am 17. Januar 2010 um 12:40:

    @Karl Martell
    Sie verbreiten diesen Text mit propagandistischer Berechnung. Brasilien ist eins der entferntesten christlichen Staaten, und somit ist für die meisten Europäer sehr wenig bekannt. Wenn es einen Christlichen Staat auf dem Mond gäbe, dann würden sie uns das als Beispiel geben, und behaupten, dass dort alle Frauen genitalverstümmelt werden und anschließend im Ehrenmord sterben. Nur um zu beweisen, dass Ehrenmord "nichts mit dem Islam zu tun" hat.

  15. KarlMartell schrieb am 17. Januar 2010 um 13:32:

    @Kybeline
    Sicher ist Brasilien in Europa wenig bekannt. So kommt ja auch der Schwachsinn zustande, alle Frauen wuerden dort "als bitches gehalten". Da ich in seit Jahren in Brasilien lebe, kann ich Ihnen versichern, dass dem nicht so ist, Frauen sind gleichberechtigt und leben auch gleichberechtigt, fuer manche Maenner viel zu gleichberechtigt, was die relativ hohe Zahl an Eifersuchtsverbrechen erklaert. Sie werden mir aber sicher zustimmen, dass das eine andere Qualitaet ist als der vom Familiengericht beschlossene "Ehrenmord" in der mohammedanischen ummah.
    Gruss
    KM

  16. Rojas schrieb am 17. Januar 2010 um 15:59:

    Zum Thema "Frauen in Brasilien" hier ein kurzer, aber aufschlussreicher Artikel aus dem "Spiegel" 52/1998:

    Tanzender Tropen-Feminismus

    Emanzipation ohne Krampf: Brasilianerinnen werben mit Hüftschwung für ihre Rechte

    Denise tanzt. Sie verschränkt die Arme vor der Brust, "halt den Tscha", legt die Hand auf die Scham, "binde den Tscha", und schiebt dann ihr kleines Becken vor und zurück, während sie begeistert den Refrain singt: "Tscha Tscha Tscha Tscha".

    Die Brasilianerin Denise ist drei Jahre alt und weiß nicht, was Beischlaf ist, aber sie übt schon die Bewegungen. "Dança do tchã" ist ein Tanz, den vom Kleinkind bis zum Greis, von der Zugehfrau bis zum Präsidenten alle Brasilianer tanzen - und das nicht nur im Karneval.

    Vielleicht sind sie hier deswegen so anders. Die Gesichter der Frauen sind nicht ebenmäßiger als anderswo, ihre Körper nicht weniger eigenwillig geformt. Und doch: was für ein Unterschied. Brasilianerinnen strahlen. Dabei wiegen sie bei jedem Schritt stolz Po und Busen: "Seht nur, wie aufregend ich bin!" Und auch die Männer sind anders: Ihre Blicke und Gesten geben jeder Frau, egal wie alt und schön, das Gefühl, auch eine solche zu sein - und schon deswegen begehrenswert.

    Das tropisch-katholische Brasilien ist das Gegenstück zu den verklemmten USA. Vokabeln wie "desejo" (Begierde), "tesão" (Geilheit) oder "transar" (vögeln) sind hier nicht verpönt, sie sind Teil der Alltagssprache und der "MPB" - Música Popular Brasileira -, des brasilianischen Pops. Die MPB-Antwort auf Feminismus: "Ich will kein Chauvi sein, will mein Mädchen allein ausgehen lassen", sang dort schon in den Achtzigern die Band Ultraje a rigor, und den Refrain grölten alle mit: "Aber ich verzehre mich vor Eifersucht."

    Die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist in der brasilianischen Verfassung festgeschrieben. Aber ihre Umsetzung in die Wirklichkeit ist nicht wie etwa bei den Deutschen in Geschlechterhaß umgeschlagen. Emanzipierte Frauen sagen jetzt laut, was konservative eher heimlich leben: daß sie Sex genauso zum Leben brauchen wie die Luft zum Atmen. "Wir wollen nicht nur Geld", singt Popstar Marisa Monte, "wir wollen Liebe machen."

    In dem Bekenntnis zur Sinnlichkeit hallt ein Kindheitsecho nach. "Wie bist du schön!" rufen die Erwachsenen des größten Katholiken-Staates, wenn sie ein kleines Mädchen oder einen Jungen sehen. Sie sagen nicht: "Zappel nicht so" oder "wasch dir die Hände". Wenn die kleine Denise rhythmisch mit dem Po wackelt, klatschen Tanten, Onkel und Eltern - oder tanzen mit.

    Die Debatte der US-Amerikanerinnen über sexuelle Belästigung verfolgen deren brasilianische Schwestern mit Erstaunen. Nicht, daß erzwungener Sex nur ein Kavaliersdelikt wäre: 255 "delegacias femininas", "weibliche Polizeireviere", wurden extra eingerichtet, um den zahlreichen Opfern beizustehen. Noch immer zählen zu den heimlichen Pflichten vieler der 17 Millionen Hausmädchen des südamerikanischen Landes auch ziemlich unheimliche körperliche Dienste am Hausherren.

    Doch die Idee, gleich die gesamte Erotik zwischen fremdem Mann und fremder Frau zu verteufeln, ist Brasilianern gleich welchen Geschlechts so fremd wie ein "cafezinho" ohne Zucker. Zwischen den Wasserfällen von Iguaçu und dem Amazonas ist jede Begegnung zwischen Mann und Frau sexualisiert, jeder Blick voll Spannung - im Büro, auf der Straße, am Strand. Schon beim Kauf eines Bustickets knistert es: wenn die Augen des Verkäufers nicht aufhören wollen, den Körper der Kundin zu preisen, während er ihren Wunsch entgegennimmt.

    Selma, 30jährige Studentin, empfindet das nicht als belästigend. "Brasilianer lieben Frauen, sie beten uns an", sagt sie. So erklärt sie, warum das Verhältnis zwischen Mann und Frau so anders ist als in Berlin, wo Selma lebt. Sie hält sich für eine moderne Frau; das "Mulata-Image" der Brasilianerinnen nervt sie. "Aber ich werde niemals ein Mannweib wie die deutschen Feministinnen", sagt Selma.

    Da ist Selma nicht die einzige. Selbst die Alice Schwarzer der Tropen, die Politikerin Marta Suplicy, kleidet sich wie die selige Prinzessin Diana und setzt auch deren uralte Tricks ein: Mit Honigblick und Tränen kämpft die 53jährige Blondine für das Recht auf Abtreibung oder für homosexuelle Ehen. Moderne Ideale, unmoderne Bekenntnisse: "Angesichts der Schönheit meines Sohnes stockt mir der Atem", sagt Suplicy. So unverkrampft darf wohl nur in den Tropen eine Radikal-Feministin ihren Ödipus ausleben.

    Noch Fragen? "O amor natural", ein Dokumentarfilm der Niederländerin Heddy Honigmann, inszeniert die verwirrende brasilianische Geschlechterrealität vollends als Wunder. Da lesen Greise in Rio ohne jede Scham vor der Kamera erotische Gedichte vor. Die Verse von Carlos Drummond de Andrade nennen die Dinge beim Namen: "Wenn die Gedichte nicht Lyrik wären, wären sie pornographisch", sagt eine alte Regisseurin. "Aber Pornographie plus Kunst ist Erotik."

    Typisch auch diese Filmszene: "Klitoris", liest eine ehemalige Samba-Tänzerin vor und stockt. "Was ist das?" Ihr Partner zuckt mit den Schultern. "Kitzler", hilft die Interviewerin. "Aha", macht die alte Frau und gluckst: "Da hat sich der Schlingel also einen Kosenamen für den Freudenknopf ausgedacht!"

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8452685.html

  17. sarah schrieb am 5. Februar 2010 um 15:32:

    Das mit dem ehrenmord ist etwas schlimmes aber ihr oder einige wissen gar nicht genau worum es geht es geht nicht nur um ehre. das mit dem kopftuch ist doch überhaupt nichts schlimmes wenn es im koran steht müste man es eig. tragen aber viele tragen keins ich pers. auch nciht aber deswegen ist man kein schlechter mensch. man muss auch die tradition anderer religionen verstehen und akzeptieren. es bringt doch eh nciht wegen so etwas zu demonstreiren. :-| :-| :-|

Schreibe einen Kommentar! Die Kommentare zu den Beiträgen geben nicht die Meinung Kybeline´s wieder. Wir behalten uns vor, sie zu kürzen oder zu löschen. Das betrifft auch Kommentare, die zu sehr vom Thema des Beitrags abweichen. Kommentatoren, die gegen unsere Policy verstoßen, werden gesperrt oder unter Moderation gestellt. Wir bitten unsere Leser, entsprechende Kommentare Kybeline über das Kontaktformular zu melden.:

:D :-) :( :o 8O :? 8) :lol: :x :P :oops: :cry: :evil: :twisted: :roll: :wink: :!: :?: :idea: :arrow: :| :mrgreen:
 
Blog Top Liste - by TopBlogs.de