Die Geburt Europas: Wer kopierte die wertvollen Schriften der Antike?

Fortsetzung

Varga Domokos - Die Geburt Europas

Auf der Seite 94, der letzten Seite des Kapitels über die Arabische Invasion, schreibt der Autor:

Aber nach der verbürgten Überlieferung haben bereits die ersten Generationen der arabischen Eroberer Respekt gegenüber die religiöse und weltliche Leistungen anderer Völker gezeigt. Sie wären ohne die griechische, jüdische, syrische, persische und andere Schriftgelehrten gar nicht zurecht gekommen, denn ihre eigene Sprache und Schrift sich nur sehr langsam verbreitete, und die einzige Quelle ihres eigenen Wissens war anfänglich nur der Koran. Aber auch die Entwickler der arabischen Grammatik, diejenigen, die den Koran als verbürgte Variante niedergeschrieben haben, waren zum Islam konvertierte Christen, Juden, Perser. Diese Konvertiten, und die anderen, die ihren ursprünglichen Glauben beibehielten, retteten Schriften der antiken Zivilisationen in die Welt des Islam hinüber, die geistige Erbschaft der Antike, aber auch die wertvollen Schriften der griechischen Wissenschaft. Noch im 10. Jahrhundert kann man in einer arabischen Schrift lesen: "...in Syrien und in Ägypten benutzt man die Christen als Schreiber, weil die Moslems sich auf die Sprachkenntnisse der Christen verlassen und weil die Araber nicht dafür zu haben sind, um die Mühe auf sich zu nehmen, die arabische Schrift zu erlernen."

Der nächste Kapitel ist Karl dem Großen (Regierungszeit 768-814) gewidmet, mit dem Titel Carolus Magnus.

Karl hatte die Bedeutung der Schriftkunst so hoch geschätzt, dass er sich selber bemühte, als erwachsener Herrscher, schreiben zu lernen.

Er verlangte von seinem Volk, dass "man die Wissenschaften unterrichten sollte". "Und es soll Schulen geben - lesen wir in einer Verordnung -, wo man die männlichen Kinder lesen lehrt... Wenn aber man die Evangelien oder die Stundenbücher, Messebücher kopieren muß, dann sollen das die reifen Schreiber mit viel Erfahrung und viel Hingabe machen."

Und tatsächlich kopierten die Schreiber in vielen Klöstern die alten Schriften. Man schickte häufig für solche Schriften in ferne Ländern, z. B. auch nach Britannien.

Handschrift aus dem Besitz König Ludwigs des Deutschen, vor/um 830. Kalligraphische karolingische Minuskel (links)

Man kopierte nicht nur heilige Schriften. Man kopierte viele antike Schriften auf Pergament, u. a. Alkuin, Bischof von Tours. Man schrieb mit einer sehr schönen, leicht lesbaren Schrift, die Kleinbuchstaben (Minuskeln) der alten römischen Schreibweise. Diese Schriftweise entwickelte sich am Hofe Karls des Großen, und ihr Vater war der Bishof Alkuin. Später, nach 600 Jahren, als der Buchdruck sich verbreitete, nannte man diese Schrift karolinische Minuskel. Und man benutzt sie bis heute. Ihr liest hier diesen Text in karolinischen Minuskeln.

Wie dumm oder wie verlogen sind die Geschichtslehrer heute, wenn sie das nicht wissen, oder nicht unterrichten wollen?

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4 Kommentare:

  1. Islama-Drama schrieb am 18. April 2009 um 06:57:

    "...in Syrien und in Ägypten benutzt man die Christen als Schreiber, weil die Moslems sich auf die Sprachkenntnisse der Christen verlassen und weil die Araber nicht dafür zu haben sind, um die Mühe auf sich zu nehmen, die arabische Schrift zu erlernen."

    Ist heute auch nicht anders, nur mit anderen Themen. :=)

  2. Pit schrieb am 18. April 2009 um 09:31:

    Wie vereinbart sich mohammedanische Gelehrsamkeit und hohe geistige Kultur, die Bereitschaft zu der ehrenvollen Aufgabe, das Wissen der Welt zu retten, mit dem Verbrennen der Bibliothek von Alexandria?

    Mohammedaner sind Herrenmenschen und haben das Recht, Sklaven zu halten und von anderer Menschen Arbeit zu leben.

  3. GT schrieb am 18. April 2009 um 15:17:

    Fjordman schreibt in einem älteres Text, dass die Behauptung, "der Islam" hätte die antiken Texte "gerettet", eine plumpe Lüge sei. Die Araber hatten an den allermeisten Texten keinerlei Interesse - zu groß war das Risiko, dass philosophische, religiöse und staatsrechliche Texte gegen die Islam-Ideologie angewendet werden konnten.
    Nach Sprachanalysen soll es im Abdendland einen einzigen antiken Text geben, der den Umweg über das Arabische machen musste und nicht direkt aus antiken Quellen in westliche Sprachen übersetzt ist. Die miserable Sprachqualität soll darauf hinweisen.

    Interssant für die arabische Welt waren naturwissenschaftliche, medizinische und technische Texte. Sie begründeten die kurzzeitige "Überlegenheit" der islamischen "Kultur" in Kairo über den Westen. Dafür glauben die "Gelehrten" heute noch, dass das Sperma im Rückenmark entsteht - Aristoteles hatte es aufgeschrieben...

  4. Blog » Blog Archive » Islam schrieb am 20. April 2009 um 05:26:

    [...] Im Blog vom 8.4. habe ich Obamas Sicht aufgegriffen, dass der Islam vieles getan habe, um die Welt besser zu machen. Dort habe ich gefragt: Was denn? In diesem Zusammenhang möchte ich auf folgenden Interessanten Artikel von Kybeline hinweisen: http://www.kybeline.com/2009/04/17/die-geburt-europas-wer-kopierte-die-wertvollen-schriften-der-anti... [...]

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