Der politische Kabarett aus der Zeit Mohammeds
Wenn Herr Mazyek sich Humor wünscht, dann muß man sich im Klaren sein: Entweder meint er 1-2 Harmlose bäuerliche Anekdoten über Nasdradin Hodja, die hierzulande niemand was sagen, oder er betreibt schlicht und einfach Taqiya. In der Wahrheit ist den Moslems jede Art Humor ein Greuel. Sie dulden nur den politischen Humor, der sich gegen ihre Feinde richtet. Da springen sie vielleicht gern auf den fahrenden Zug auf, wenn sie überhaupt imstande sind, die Pointe zu verstehen. Dagegen ist die Verbannung von jeglichen Humor, politische Satire o. ä. auf Mohammed zurückzuführen, dem so etwas grundsätzlich zuwider war. Von Karikaturen ganz zu schweigen. So etwas kennt der Islam gar nicht, denn auf diesem Gebiet wurde gar jede Art darstellende Kunst von der mohammedanischen Judikative (sprich Mohammeds Offenbarungen) verboten und nicht nur die Karikaturen.
Ich bin mit meiner Badezimmerlektüre über das Leben Mohammeds noch nicht zu Ende angelangt, aber ich kann bereits mit 4 Fallbeispielen aufwarten, in denen Mohammed "Spötter" ausdrücklich bestraft. Den ersten Fall hatte ich vor einer Weile bereits gebloggt:
Mazyek und die Humor-Taqiya. Hier wird der Fall des Spötters Ka'b erzählt, der auf Geheiß Mohammeds einem Meuchelmord zum Opfer wurde.
Der zweite Fall ist derjenige des Dichters Hassan Ibn Thabit. Seine Straftat steht im folgenden Kontext: Bei einer Reise hat man Aischa aus Versehen bei einer Wüstenraststätte zurück gelassen. Sie wurde von einem Man aus einem befreundeten Stamm aufgelesen und der Karawane nachgebracht. Nun aber galt dies nach den Gesetzen, die Mohammed selber den Moslems auferlegt hatte, bereits als Ehebrechen, da Aischa ihren Schleier gelüftet hatte. Aus diesem Fall entwuchs ein Politikum zwischen all den Familien und Parteien, die je eine Tochter mit Mohammed verheiratet hatten. Somit ist die Ambiente für satirische Dichtungen und Spottlieder gegeben. Die Lage Aischas und ihrer Familie war derzeit offen, es hing von einem Haar ab, ob sie verstoßen wird oder nicht. Und hier ist der Text auf Seite 191-192:
Zwei Männer erhielten noch an diesem Tag jeweils die achtzig Peitschenhiebe und auch Hamna, die Schwester der Zainab. (...)
Einer der beiden für schuldig befundenen Männer war Hassan Ibn Thabit, der sich rühmen konnte, Lieblingsdichter des Propheten zu sein. Mohammed hielt sonst wenig von Poeten, doch die Sprachkraft dieses Mannes bewunderte er.
Hassan Ibn Thabit war in Medina geboren und stammte aus der Banu Chasradsch. Vor der Ankunft von Mohammed und den anderen Flüchtlingen in der Stadt war er bereits als Dichter sehr populär. Reisen nach Syrien und Irak lagen hinter ihm; in den dortigen Kulturzentren, in Damaskus und im Zweistromland von Euphrat und Tigris hatte er die Meister des geschliffenen Worts kennengelernt. Der Prophet schätzte die Wortkraft und Brillanz des Hassan Ibn Thabit, auch wenn der Dichter manchmal witzige Verse gegen die überaus starke Position der Emigranten aus Mekka in seiner Heimatstadt verfaßte. Die Strophen, in denen er Aischa lächerlich gemacht haben und als Ehebrecherin verspottet haben muß, sind nicht erhalten. Nur die Erinnerung an das Rehabilitationsgedicht, das er nach dem Vollzug der Prügelstrafe ersann - Hassan Ibn Thabit war auch noch vom vermeintlichen Ehebrecher Safwan Ibn Mu'attal geschalgen worden - ist geblieben. (S. 191-192)
Der dritte Fall richtet sich gegen Abdallah Ibn Chatal und zwei Sklavinnen. Abdallah war ein Steuereintreiber aus Medina, der wegen eines Mordes aus Medina das Propheten nach Mekka geflohen war und hier als Abtrünniger Moslem zwei Sklavinnen hatte, die Spottlieder auf Mohammed und den Islam sangen.
In mekka war Abdallah bald gern gesehen, weil er viele Einladungen gab, bei denen an Wein nicht gespart wurde. Zur Unterhaltung der Gäste sangen zwei Mädchen, Fartana und Arnab, die Sklavinnen des Abdallah Ibn Chatal waren. Da "Mohammed" das einzige Thema war, das immer interessierte, schrieb Abdallah Verse über seinen einstigen Staatschef und Arbeitgeber; die beiden Mädchen mußten die Texte vortragen. Mohammed wollte in diesem ganzen Komplex von Mord, Desertion, Veruntreuung von Staatsgeldern und Verspottung des Gesandten Allahs seine Härte beweisen: Abdallah Ibn Chatal und die Skalvinnen Fartana und Arnab wurden erschlagen. Der einstige Steuereintreiber hatte sich beim Einrücken der Moslems hinter der Stoffverkleidung der Kaaba verborgen. Das Versteck wurde rasch entdeckt.
Abu Sufjan fand, als er von den Hinrichtungen gehört hatte, den Mut, Mohammed darauf anzusprechen, daß er selbst, der Prophet versprochen habe, niemanden töten zu lassen, der in den Häusern oder bei der Kaaba Schutz suche. Abdallah Ibn Chatal war direkt an der Kaaba erschlagen worden. (S. 237)
Und der vierte Fall ist genau so islamisch hinterhältig und "Spott"-feindlich. Es ist die Geschichte der Weinbudensängerin Sara und ihrer Kolleginnen.
Da ich inzwischen faul bin zu tippen, hier sind die Fragmente eingescannt:


Diese konkrete Fallbeispiele machen es verständlich, warum der Islam vom Anfang bis zu unsere Tage das Genre der politischen Satire, Karikatur oder Kabarett nicht entwickelt hatte. Dort, wo diese Kunstarten auftauchen, geschieht es auf dem Einfluß anderer Kulturen und sie werden gleich als unislamisch erkannt und verfolgt, bis hin zu Meuchelmörder, die durch die Fatwas der Gelerten in Gang gesetzt werden. Überhaupt erfordert dieses Genre eine Entwicklungsstufe, die die Moslems noch nicht erreicht haben.
