War ARD Chefredakteur Stasi-Informant?

Wabnitz war von 1995 bis 1999 Zweiter und von 1999 bis 2005 Erster Chefredakteur von ARD-aktuell (Tagesschau, Tagesthemen) in Hamburg und in den Archiven finden sich nette Worte der Hierarchen: Als Wabnitz im Dezember 2005 verabschiedet wurde, weil er als Fernsehkorrespondent nach Rom wechselte, erklärte der damalige NDR-Intendant Jobst Plog: "Wabnitz hat die wichtigste Nachrichtensendung im Deutschen Fernsehen über zehn Jahre geprägt".

Seine Daten stimmen überein mit den Daten des Stasi IM "Junior", dessen Identität bis heute ungeklärt ist. Ob er es war, oder nicht, zu diesem Zeitpunkt darf man es nicht behaupten.

Aber:

Die Fachleute der Birthler-Behörde in Berlin sind mit Hilfe einer Indizienkette auf Wabnitz und IM "Junior" gestoßen. Nach den üblichen Kriterien der Behörde ist der Verdacht zweifelsfrei. Eine Verpflichtungserklärung gibt es nicht. Fürs Gericht hat Wabnitz an Eides statt versichert, kein Informant der Stasi gewesen zu sein. Wurde er abgeschöpft?

Beruf: "Journalist"

Mehrere Karteikarten und der so genannte Statistikbogen weisen auf einen Wabnitz. IM "Junior" jedenfalls wurde auf "ideologischer Basis" durch einen "DDR IM" geworben. Das meint, der Mitarbeiter im Westen hat aus Überzeugung mitgemacht. Als Beruf wird angegeben: "Journalist". Der Mitarbeiter aus dem Westen habe eine Deckadresse in der DDR und gehöre zur "Situation 1". Das meint, er war für den Krisenfall als sehr verlässlich eingestuft. Süddeutsche Zeitung

Wie es scheint, waren einige Journalisten aus dem Westen Stasi-Mitarbeiter.

4 Kommentare:

  1. republikaner schrieb am 8. November 2008 um 17:01:

    Mich würde nichts mehr wundern. In Zeiten, wo jeder jeden bespitzelt und überwacht, ist eigentlich nichts mehr unmöglich. Es besteht ja auch der Verdacht bei Mekel und Anderen Leuten. Aufregen bringt nichts, lenkt nur von gegenwärtigen Problemen ab. Vielleicht auch deshalb mal wieder etwas veröffentlicht um die Diskussionen in eine andere Richtung zu lenken. Lassen wir uns aber besser nicht beirren und behalten die Sache im Auge, auch wenn wir die nicht überbewerten sollten. DDR ist eigentlich Vergangenheit, Es lebe die DDR2 (BRD) :rolleyes

  2. Pit schrieb am 8. November 2008 um 23:38:

    Grundsätzlich ist es auch möglich, Leute fertigzumachen, indem man ihnen eine IM-Tätigkeit konstruiert. Ich gehe nicht davon aus, daß das hier der Fall ist, vermutlich viel zu aufwändig. Fällt mir nur eben als Möglichkeit ein.

  3. Kybeline schrieb am 9. November 2008 um 09:38:

    Also ich kenne die Nazizeit aus den Büchern und Filmen. Aber den Kommunismus hatte ich auf die eigene Haut erlebt. Deswegen weiß ich, wie schlimm die Nazis waren, nur aus Büchern. Ok, sie waren schlimm – die anderen schreiben auch ständig, das soll man nie vergessen. Aber genau so betrachte ich es als meine Aufgabe, ständig darauf hinzuweisen, dass man die Greueltaten der Kommunisten in Europa nie vergessen darf!

    Und das war ein Teil davon.

  4. Pit schrieb am 10. November 2008 um 08:15:

    Keinerlei Dissens hier.

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