Die Döner-Lüge aus Münsingen
Vorher habe ich über die Döner-Invasion in Münsingen berichtet.
Es hat nicht einmal zwei Stunden gedauert, um die Lüge dahinter zu entdecken: Münsingen ist eine Stadt mit mindestens doppelt so viel Einwohner wie der Reutlinger Generalanzeiger schreibt. Wenn man sich nicht der Realität, sondern der Dönerwerbung verpflichtet fühlt, kann man alles erdenkliche schreiben:
Münsingen. Sie heißen Aydin, Antalya und Pascha und sind das, was Politik und Gesellschaft als "gelungene Integration" bezeichnen. In Deutschlands Dönerbuden steht zwischen orientalischer und abendländischer Kultur nur ein Verkaufstresen. Hier treffen die Kulturen aufeinander. Und harmonieren. Die Deutschen lieben Döner, die Münsinger besonders. Vier Läden gibt es inzwischen in der Innenstadt, und das bei nicht einmal 7000 Einwohnern.
Damit ist die Dönerbuden-Dichte fast doppelt so hoch wie in Berlin, der Hauptstadt des Döners und seinem Geburtsort. Knapp dreitausend Einwohner kommen hier auf eine Dönerbude, in Münsingen sind es 1600.
Dazu die Fakten aus Wikipedia:
Münsingen hat 14.613 Einwohner. Wohlgemerkt, das ist eine Eintragung aus dem vorigen Jahr. Ein Münsinger hat mir soeben gesagt, dass es 17.000 wären.
Was soll man von der Döner-Harmonie auf dem Alb halten? Vielleicht ist sie auch nur halb so groß? Man sollte beim Generalanzeiger nachfragen, denn die Münsinger selber wissen nichts davon.

Zur Dönergeschichte kurz:
Im erwähnten Artikel heißt es:
“Vier Läden gibt es inzwischen in der Innenstadt, und das bei nicht einmal 7000 Einwohnern.”
Dagegen schreibt der Autor “Münsingen ist eine Stadt mit mindestens doppelt so viel Einwohner wie der Reutlinger Generalanzeiger schreibt. Wenn man sich nicht der Realität,…”
Dabei übersieht er, daß die Stadt Münsingen zwar ca. 14.000
Einwohner zählt, davon aber die Hälfte in den eingemeindeten
13 Gemeinden im weiten Umland lebt und damit nicht zu den
erwähnten 7.000 Einwohnern der Kernstadt zählt.
In diesen Gemeinden gibt es gegebenenfalls wieder eigene Dönerbuden…
Und die eingemeindeten Dörfer liegen oft kilometerweit außerhalb der
Kernstadt, befenkt man daß die Gesamtfläche von Münsingen über
11.500 ha umfaßt.
In diesen Gemeinden gibt es gegebenenfalls wieder eigene Dönerbuden…
Und gegebenenfalls nicht.
Wenn du keine konkrete Belege hast, dann bringt es auch nichts.
Die Formulierung im Generalanzeiger ist irreführend und so ausgetüftelt, damit die Aussage untermalt wird, was die Zeitung haben wollte. Die Münsinger selber wehrten sich sofort und kategorisch dagegen, dass sie “nicht einmal 7000 Einwohner ” hätten.
Aber gegebenenfalls gibt es noch 3 Dönerbuden je Vororte, oder gegebenenfalls kann es auch 5 Dönerbuden je Vororte geben, oder…
Das ist natürlich Qualitätjournalismus, nicht wahr?
Andere nennen es Schleichwerbung für Döner.