Zur besseren Verständnis der islamischen Sexualität – Hauptziel: ‘Stolze Krieger’

Ich hatte lange nach dem Buch in meinen verpackten Kartons gesucht, aus dem ich hier zitieren will: Armand Denis - Sexuelle Tabus rund um die Welt.

Der Autor, Biologe und Ethnograf, gilt als einer der großen Pioniere des Dokumentarfilms über Menschen und Tiere aus exotischen Ländern. Die Darstellungen und Erkenntnisse seiner Generation auf diesem Gebiet sind besonders wertvoll, weil die Wissenschaftler damals gelernt haben, systematisch zu arbeiten, die Zustände objektiv und sachlich zu erfassen. Sie hatten zum ersten Mal die technische Werkzeuge, sie konnten das Beobachtungsmaterial in Ton und Bild festhalten - und sie konnten noch die alten traditionellen Lebensweisen beobachten, bevor die großen Medien TV, Internet u. ä. diese für immer verändert, globalisiert haben. Heute würde man so einen Wissenschaftler selbstverständlich als einen "kulturellen Rassist" verurteilen. Aber er ist berechtigt, die Verhältnisse in anderen Kulturen so objektiv darzustellen, weil er dieselbe kritische Sichtweise auch auf die eigene, westeuropäische Kultur und Tradition anwendet.

Die Ausschnitte hier beziehen sich auf Kopftjäger-Stämme und andere Stämme am Sepik-Fluß in Neuguinea. Diese Reise hatte er 1950 unternommen:

Wir hatten einen weiten Weg vor uns. Der Unterlauf des Sepik ist breit und das von freundlichen, hellhäutigen Menschen bewohnte Land zu beiden Seiten ist flach. Blue versuchte sein Bestes, uns dazu zu überreden, hierzubleiben und unseren Film gleich da zu drehen.

"Das sind gute Menschen", sagte er. "Sie haben Besucher gern. Weiter stromaufwärts kann man über den Empfang nie sicher sein. Außerdem ist das Essen hier besser."

Als ich ihm zum zwanzigstenmal sagte, daß ich die Kopfjäger filmen müßte, zuckte der alte Mann die Schultern, als ob er mich für vollständig verrückt hielte. Wir tuckerten weiter stromaufwärts.

Zuerst kommen sie in ein Dorf, das von der Prostituition seiner Frauen lebt. Die Kopfjäger lassen diese Menschen nur deswegen in Ruhe, weil immer, wenn sie angegriffen werden, ihre Frauen anbieten. Dann endlich fährt die Expedition weiter flußaufwärts zum Dorf Aibom, wo sie an einem Initiationsritus der Knaben teilnehmen werden, ein Ereignis, das nur alle paar Jahre einmal abgehalten wird.

Diese grausame Prozedur wurde Tag für Tag mehrere Monate lang fortgesetzt. Lange bevor alles vorüber war, mußten wir mit Ausnahme von Des Bartlett nach Madang zurück, der entschlossen war, den Höhepunkt der Zeremonie zu filmen. Ich erfuhr später von ihm, was noch weiter geschah. Es scheint, daß die Knaben nach mehreren Monaten dieser täglichen Tortur so unempfindlich gegen Schmerzen wurden, wie der Stamm von seinen jungen Kriegern erwartete.

Und der Wissenschaftler Denis zieht daraus seine Schlußfolgerungen, die sich genau so auf die islamische Haltung zur Sexualität anwenden lassen:

Das Interessante an diesem langen Einführungsprozeß war für mich die indirekte Beantwortung vieler Fragen, die mich beschäftigten, seit ich nach Aibom gekommen war. Es wurde mir klar, daß viele Widersprüche im Sexualleben dieses Stammes auf das Erlebnis dieser Prüfung zurückzuführen waren.

So erklärte sich zum Beispiel, warum junge Männer, die in fast völliger sexueller Freiheit aufgewachsen waren, im späteren Leben eine merkwürdige Furcht vor Frauen hatten und eine fast frauenfeindliche Einstellung entwickelten. Einerseits war und blieb Sex von der Kindheit bis zum Alter etwas Erfreuliches und Unkompliziertes, aber diese gesunden Erfahrungen wurden überlagert von dem, was die jungen Männer während ihrer langen Jünglingsweihe erfuhren und was ihnen mit Schmerzen unvergeßlich eingehämmert wurde.

(...)

Aber was für einen Zweck hatte das alles? Ich fragte mich, warum diese Leute ihr Leben auf diese seltsame und anscheinend sinnlose Weise komplizierten. Warum konnten sie nicht in der gleichen sexuellen Freiheit und Unbefangenheit weiterleben, mit der sie groß geworden waren?

Wenn die Jünglingsweihe abgeschafft worden wäre und der Mann in der gleichen sexuellen Selbstverständlichkeit hätte weiterleben können, in der das Kind aufgewachsen war, dann wäre das Leben des Stammes zweifellos glücklicher gewesen, und keine Dämonen hätten unter dem Tamboran gelauert.

Die Frauen wären nicht als eine drohende Gefahr angesehen worden und hätten sich nicht während der Menstruation und bei der Geburt eines Kindes in einer Hütte verkriechen müssen. Statt eines Kampfes der Geschlechter hätte man gegenseitig mehr Vergnügen am Körper des Partners gefunden. Statt einer Unterdrückung der Frauen durch die Männer hätte es eine idyllische Gleichheit der Partner geben können.

Aber ein solcher Zustand hätte kaum stolze Krieger hervorgebracht, und das Ergebnis wäre ein freundlicher, friedliebender Stamm gewesen. Und bei dem früheren ewigen Kriegszustand im Innern von Neuguinea hätte ein solcher Stamm nie überleben können. Die unbeugsame, außerordentlich schlagkräftige Gemeinschaft dieser Gruppe von Kopfjägern war, um überleben zu können, nicht zuletzt von der sexuellen Einstellung abhängig, die den jungen Männern bei ihrer Jünglingsweihe eingeimpft wurde.

Die Parallelen sind so offensichtlich, dass es gar keiner Erklärung mehr bedarf.

Falls jemand jetzt auf das Buch neugierig geworden ist und den Kapitel über die Sexualität im Islam lesen möchte, dem habe ich diese Seiten eingescannt:

Die grausame Welt des Harems, Seite 59, Seite 60-61, Seite 62-63, Seite 64-65, Seite 66-67, Seite 68-69, Seite 70-71, Seite 72-73

Verlinkt hier: 1001geschichten.de

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5 Kommentare:

  1. Angela schrieb am 31. Juli 2009 um 23:52:

    Danke für das Einscannen des Kapitels über die Sexualität im Islam. Es ist eine faszinierende wenn auch erschütternde Lektüre. Armand hat seine Beobachtungen in den 50er und 60er Jahren des letzten JH gemacht und schließt mit dem frommen Gedanken, daß "noch viele Generationen kommen und gehen (werden), bis die Freiheit und sexuelle Gleichberechtigung des Westens irgendeine Veränderung in den grausamen und unerschütterlichen Prinzipien des Familienlebens in Nordafrika bewirken."
    Ich fürchte,die sind so weit davon entfernt wie eh und je.

  2. Joerg schrieb am 7. August 2009 um 10:37:

    Das Buch ist zwar sehr interesant aber ein reine Islamkritik die Nordafrika ( Ägypten, Sudan Marroko usw.) mit Arabien verwechselt. Desweiteren ist die Frauenbeschneidung keine Tradition die in irgeneiner Form mit dem Islam zu tun hat, z.b werden in Ätiopien und Eritrea auch Christin beschnitten, sondern diese tradition ist älter als der Islam und reiligionsunabhäning. Ich will nicht den Islam in Schutz nehmen, aber die Religon ist nicht das Problem sonder die Art wie er gelebt wird. Die indischen, chinesischen und indonesisch betreiben z.b (meines wissens nach ) keine Frauenbeschneidung und sind tolerater ihren Frauen gegenüber. Wir sollten in unserem intresse und im interesse der Muslimischen Welt endlich damit anfangen eine Türken der einen Ehrenmord beget nicht als primär Muslim zu sehen sonderen als den rückständig türkischen Bergbauern der er ist. Der Koran lehrt keinen Ehrenmord, das sind Relogionsunabhänige Traditionen wie es sie auch in Westeuropa z.b. Italien "Vendeta" gab.

  3. Bettina Zilk schrieb am 15. Dezember 2009 um 15:23:

    gelöscht

  4. Kammerjäger schrieb am 10. März 2011 um 12:12:

    Wahrscheinlich hat sie sich in der Zwischenzeit auch
    von ihrem marokkan.Samir Nabab auch 'distanziert' u. steht mittlerweile auf einer somalischen,libanesischen od.sonstigen "Südländer" Beznezz-Liste ganz oben! Gott segne das K i n d e r g e l d !
    PS. "little help for my friends?"(see you at the Sozialamt!)

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