Wie Richter einen Bestseller produzieren…

...oder Modell Mönchengladbach...
Man redet ja oft schlecht von dieser Berufsgruppe, sie wären zu opportunistisch zu unbedarft-blöd oder einfach nur zu unpraktisch fürs Leben, sagt man. Aber in Mönchengladbach haben sich einige als wahre Kenner der
Bücherbewerbung geoutet.

Als wenn sie neben ihrem Jurastudium noch einige Semester Publizistik gehört hätten. Ja sauber, - alles richtig gemacht, um ein Buch vom Fleck weg zum Bestseller zu pushen. Und nicht einen kleinen Fehler dabei gemacht. Glückwunsch an die Richterschaft in Mönchen Gladbach. ....vielleicht wird das sogar noch Vorbild, weil es so gut geklappt hat, - das Modell Mönchengladbach. Das Prinzip ist recht simpel und vom Einzelfall leicht zu abstahieren . Wie geht man nun vor, um einen Bestseller zu produzieren ?
Man sorgt ersteinmal dafür, dass ein schönes Buch geschrieben wird. In diesem Fall handelte es sich um Folgendes :
Nach einem Sorgerechtstermin am Familiengericht Mönchengladbach-Rheydt ließ ein Richter den per Haftbefehl gesuchten Türken Erol P. laufen - der dann Minuten später auf der Straße seine Ehefrau und die gemeinsame Tochter erschoss.

Die Rechtsanwältin Gülsen Celebi macht daraus ein Buch und bringt als Fazit:
Hätten die Beamten den Gesuchten verhaftet, wie es ihre Pflicht war, würden die beiden Frauen noch leben.
Ok, das lief bisher nicht so gut für die Richter. Und das Buch könnte auch noch ein Flop werden. Also, was machten die Richter ? Sie verbieten das Buch. - So jetzt istder Bogen so richtig schön gespannt und das Auto frisch aufgetankt, - nun kann es losgehen....Wenn´s auf das Buch Aktien gäbe, wären die jetzt schwer am steigen. Endlich mal eine Justiz , die sich rundherum um den ganzen Umkreis Mensch verlässlich kümmert.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,553639,00.html

...hier noch mal , für alle Fälle.
http://img329.imageshack.us/img329/3944/keinschutzallesbvc6.jpg

4 Kommentare:

  1. olaf61 schrieb am 17. Mai 2008 um 12:49:

    Ja, Bücher verbieten. Das kennt man, aus der DDR. Da wurde es dann in der Bundesrepublik verlegt. Blöde Sache. Jetzt ist ja alles Bundesrepublik, kann man nur noch in der Schweiz oder Österreich….

  2. Kybeline schrieb am 17. Mai 2008 um 14:48:

    Aber das trifft genau zu, wolaufensie!
    Dasselbe passierte doch auch mit Ulfkottes Buch “Der Krieg in unseren Städten”. Erst als sie die Unterlassungsklage der Milli Görüs bestättigten und das Buch zunächst verboten wurde, fing die Öffentlichkeit an, sich für das Buch und für Ulfkotte richtig zu interessieren.

  3. wolaufensie schrieb am 17. Mai 2008 um 20:40:

    …da findet sich bestimmt noch irgendwo eine Druckmaschine
    auf der Welt, wo das Buch gedruckt werden könnte. Und jetzt wird es auch bestimmt Interessenten geben, die das machen würden. Ausserdem, …in den 70er Jahren hatten Studenten auf den Fluren oft so Tapeten- Büchertische aufgestellet, wo alles mögliche “Gemeingefährliche” angeboten wurde. Vielleicht ist es langsam an der Zeit, dass diese Unterwandertraditionen wieder etwas gepflegt werden. Ausserdem wird durch das Internet solch
    naseweisen Richtern auch schnell ein Schnippchen geschlagen.
    Aber ist schon erstaunlich, auf welche Art formal schlaue Menschen die dümmsten Fehler machen können, die man in der Öffentlichkeit nur machen kann. Für die richtige Fallhöhe und Spannung haben sie nun wirklich gesorgt.

  4. Kybeline schrieb am 17. Mai 2008 um 21:00:

    @wolaufensie
    Heutzutage braucht man keine Druckmaschinen mehr. Rapidshare reicht vollkommen aus.

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