Die alte Kirche aus Tarsos

Tarsos, das ist die Geburtsstätte des Paulus. Es wäre selbstverständlich, dass in Zeiten der internationalen religiösen Toleranz hier eine Paulskriche gibt. Und es gibt tatsächlich eine, aber die ist seit Jahrzehnte als Waffenlager benutzt. Nun schlugen die deutschen Bischöfe vor, allen voran Kardinal Meisner, dass die Türkei durch eine symbolische Akt, als Zeichen der Reziprozität - weil die Türken in Europa und besonders in Deutschland so viele Moscheen bauen dürfen - das Gebäude seiner ursprünglichen Bestimmung zurückführt. Das wäre eine schöne Geste, zumal der Papst das Jahr des Paulus deklariert hatte und man rechnet zu dem 2000sten Geburtstag des Apostels am 28. Juni mit Scharen von Pilgern, die der türkischen Wirtschaft zugute kommen werden.

Das wäre eine schöne Geschichte. Aber die Türken können nur nehmen. Geben, das kennen sie nicht. Man höre, wie man in der Türkei darüber denkt:

Ali Murat Yel, ein Soziologer von der Fatih Unversität: Es wäre vielleicht nicht im Einklang mit der Devise der Christen “Halte die andere Backe hin”, aber ein Stück Pragmatismus in der interreligiösen Diplomatie ist nicht unbedingt eine schlechte Sache, sagte er. Turkish Daily News

Aber Erdogan ist von der Idee nicht begeistert. Er will diese Frage einfach aussitzen. In ein paar Wochen ist eh alles vorbei.

Aber eher Sachen von temporaler Natur werden dominieren. Ein Artikel im März im Spiegel sagte (TDN):

Der fromme Wunsch ist allerdings angesichts der Lage der Christen in der Türkei ein deutsch-türkisches Politikum ersten Ranges. Denn ohne den Staat kann in der Türkei keine Glaubensgemeinschaft aktiv sein. Auch muslimische Geistliche müssen ihre Predigten bei den Behörden einreichen, Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk wollte so den Islam beherrschbar halten. Dieses strenge Regime soll die Frei-

heit des Staates vor religiösen Einflüssen sichern, aber es beschränkt die Freiheit der Christen in der Religionsausübung drastisch. Spiegel

Islam = Anti-Christentum

Der Kölner Erzbischof Kardinal Meisner im Interview

Und Erdogan wird weiterhin Schweigen. Und der Diyanet wird weiterhin in Deutschland bauen dürfen.

6 Kommentare

  1. Papperlapapp schrieb:

    Tja und wo ist der Bericht der MSM? Der bleibt natürlich aus, damit wir uns besser integrieren können und nicht überschäumen vor Wut ob der Ungerechtigkeit.
    Ich geh mcih mal nach Burkastoffen umschauen, wird ja nimmer lange dauern, dann bekommen wir die von fatima Roth zwangsverordnet.
    Interessiert jemand die Zensur von Yahoo! Clever, könnte da mal was interessantes zur Verfügung stellen.

    10. Mai 2008 @ 00:04
  2. Olaf61 schrieb:

    Internationale religiöse Toleranz? Wo gibt es denn die? Mag ja sein, die Christen sind international religiös tolrant aber dann kann man das ja kaum auf alle Religionen verallgemeinern.

    10. Mai 2008 @ 08:31
  3. Kybeline schrieb:

    @Olaf - stimmt. Manche sind’s, manche sind es nicht. Aber alle behaupten das von sich.

    10. Mai 2008 @ 09:19
  4. HHborger schrieb:

    Lass mal, es ist ganz gut so. Es bringt doch nichts, mit dieser Kirche einen Wallfahrtsort mitten in Muselmanien zu schaffen. Sie teilen die Erde in 2 Teile, dem des Islam und dem der Ungläubigen. Dann muss man ihnen auch beibringen, dass sie gefälligst in ihrem Teil zu bleiben haben – dafür ist es nicht gerade hilfreich, wenn da mittendrin ein christlicher Wallfahrtsort ist.

    10. Mai 2008 @ 20:05
  5. Nikolausberger schrieb:

    HHborger schrieb:
    Lass mal, es ist ganz gut so. Es bringt doch nichts, mit dieser Kirche einen Wallfahrtsort mitten in Muselmanien zu schaffen.(…)

    Dann gib mal ein Statement, wie das in ( Deiner ;-) ) Zukunft in Jerusalem ablaufen soll. Da liegt dann nämlich auch so ‘Einiges’ mittendrin.

    10. Mai 2008 @ 20:21
  6. HHborger schrieb:

    Tja, dass ist eine heikle Frage. Es wird noch einige Zeit dauern, bis die Musels die westliche Welt davon überzeugt haben, dass ein friedliches Zusammenleben mit ihnen nicht möglich ist. Dann sind irgendwann ethnische Korrekturen unumgänglich, auch in Israel. Die Fehler der Vergangenheit werden sich rächen, auch die Fehler der israelischen Siedlungspolitik. Israel braucht zur leichteren Verteidigung gerade Grenzen und keinen Flickenteppich. Wo diese Grenzen dann sein werden, hängt dann von der tatsächlichen Stärke der Blöcke ab. Im schlimmsten Fall könnte da auch bei rauskommen, dass Israel nicht zu halten ist (was ich nicht hoffe). Aber z.B. der Gazastreifen, wenn der Dauerbeschuss Israels von dort weiter zunimmt und die Raketen weiter verbessert werden, bleibt nur die Möglichkeit der Räumung, dass heißt Vertreibung der Palis oder man muss sich selbst aus dem Gefahrenbereich zurück ziehen.

    10. Mai 2008 @ 20:46

Schreibe einen Kommentar:

Folgende XHTML-Tags können verwendet werden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>